Dass unsere Sachsenzelteproduktion nun auch in Gestänge macht, hat uns erfreut. Wir ham nicht nur nix gegen Sachsen und Zelte, erinnern uns aber durch die Info an das Zelt, welches wir im Frühjahr auf der Hauswiese aufstellten. Dort hat Schwarzwild illegal das Gestänge eingeknickt. Wir werden das beobachten, alle Schwarzkittel zählen und mit Büffelknochen eine Spur von Dauban zu uns in den Garten legen: Wölfe zerstören keine Zelte.
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Rational finden wir die Sache vernünftig und fordern das für Berufs-, Volkshochschul- und Fahrschüler. Aus Fairnessgründen ist zu erwähnen, dass dieser soziale Meilenstein im Post-Post-Kapitalismus, auf dem Rückweg zu einstigen DDR-Errungenschaften, der umtriebigen Partei Die Linke zuordnen ist. In unserem Fall jedoch auch Gedanken an Kaltschale und Co. Na danke auch!
Nicht von links, sondern aus der bürgerlichen Mitte kommt der Vorschlag, die DDR-Arbeiterformwerkstatt „ESP“ zu reanimieren. Das hat unser Wirtschaftsminister nett gefunden und ESP auf Anregung aus dem Volk mit „Einführung in die sächsische Produktion“ übersetzt. Auch hier tun uns die Schüler leid. Seid bereit! Immer bereit! Hellau!
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Auch nicht regional begrenzt hat es geregnet. Schmuddelwetter, o. k. Einige Schauer, na gut. Aber es hat tagelang dicke Bindfäden geregnet – was an einer sogenannten Großwetterlage gelegen hat. Die hat bei uns Fischzüge erschwert – weil die Teiche nicht leer werden wollten.Blankes Entsetzen stand uns aber ins Gesicht geschrieben, als wir am Steinbachgraben Rietschens flanierten. Da werkeln wir für ein solides Wasserstraßennetz – und dann kommt eine Großwetterlage daher, überspült den Hilfsdamm und flutet die Baustelle. Leider gibt es in Wetterfragen keinen Schuldigen.
Selbst schuld sind wir jedoch in Sachen Radweg zwischen Rietschen und Weißkeißel entlang der B 115. Nun sind die feinen Eichen und ihre Laubbaumkollegen weg. Laut Forstrecht, gibt es dafür Ausgleichsmaßnahmen, also Neupflanzungen. Super, oder? Naja. Wir kennen da einige stattliche Eichen bei Teicha – die nicht mal die ältesten Lausitzer klein und neu gepflanzt kennen, so alt sind die. Unsere Radwegabholzungsaktion ist frühestens in 150 Jahren ausgeglichen. Ob wir dann noch mit Fahrrädern fahren? Ob der Radweg so lange hält?
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Zu DDR-Zeiten haben wir es superspannend gefunden, mit so nem C-Schlauch auf dem Übungsgelände die Zielscheiben wasserzustrahlen. Und was haben wir gestrahlt, wenn es Fettbemmchen in der Pause gegeben hat – mit Grieben und Salz. Und der Ausweis als Junger Brandschutzhelfer war mehr wert in den Schulhofpausen, als so ein doofer Schülerausweis. Der Feuerwehr fehlt der Kultstatus in der Jugend. Aber das lässt sich doch lösen. Gibt es nicht ein Computer-Spiel Fire-Fucker? Kann man das nicht per Brandschutzbedarfsplan bestellen? Erst daddeln, dann löschen! Oder vielleicht ein Ausflug zu MC Donald nach jeder größeren Übung. Oder extra Feuerwehrturnschuhe, um die einen jeder beneidet. Na, denkt mal drüber nach, es brennt schon.
Ein wenig schuldig haben wir uns gefühlt, als der Schilderklau in dieser Woche in die Gänge gekommen ist. Wir hängen ja alle am Niederschlesischen und der Oberlausitz. Aber wir dachten, uns rein schreiberisch klar ausgedrückt zu haben. Kaufen, nicht dieben! So was tut ein guter Niederschlesier oder Oberlausitzer nicht. Zudem wird die Grundplatte der Ortsnamen-Schilder gebraucht. Die Folie ist nur unaktuell, und wird peu á peu ersetzt. Also liebe Heimatfreunde, liebe Freundinnen, fragt im Amt oder Betriebshof nach den alten Ortsfolien, achtet das Gesetz, respektiert die Werte der Gesellschaft – oder malt euch selbst ’n Schild.
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Verkehrshelfer ist aber auch nicht unser Metier. Es ist ja gar nichts Anrüchiges bei der Bezeichnung, aber es geht um Kinder. Die müssen sicher von A nach B. Das erweckt den Eindruck, als ob ein Sack Flöhe gehütet werden will. Dann doch lieber Buchstaben aneinanderreihen. Es gibt da nur 26 Stück und einige Umlaute. Das ist überschaubar.
Unüberschaubar ist eher die Bio-Epidemie. Jetzt gibt es also Karpfen aus naturbelassenen Seen, alle freischwimmend und glücklich. Wir dachten, die Karpfies würden sich in einem Teich, dessen Wasser mit Abwärme vom Kohlekraftwerk geheizt wird, sehr wohl fühlen. Aber die Idee gibt es schon. Mist.
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Da Babys – diese noch viel zu kleinen Menschen – gerne und häufig die Klappe aufreißen, um der Welt Unverständliches mitzuteilen, haben wir intensiv über den Sinn dieser Vorrichtung nachgedacht: Jetzt wollen die, dass es an Krankenhäusern quäkt und plärrt. Werden damit gebärfähige Frauen animiert, Kinder zu produzieren – um Mister Demografie (diesem Unhold der Region) ein Schnippchen zu schlagen?
Haben das mit der akustischen Triebsteuerung nicht amerikanische Wissenschaftler herausgefunden? Als wir jedoch lesen mussten, dass es rechtliche Bedenken gegen die große Klappe gibt, waren wir enttäuscht. Dabei reden doch alle davon, dass der Zweck die Mittel heiligt – und das Demografieproblem unser aller ist. Und wir die verdammte Pflicht hätten, nachts – naja, das gehört nicht hierher ...
Wenn schon keine Kinder, dann wenigstens Holländer. Erstens sind die aus dem Gröbsten raus. Zweitens haben die Käse und Blumen – wogegen nix einzuwenden gibt. Und drittens: Wenn ein so ein Holli in Uhyst ein schnieke-pieke-feines Hotelchen aus dem kleinen Schlösschen machen will, soll er!
Dann gibt es Blümchen in Uhyst, Leute kommen vorbei, die so lustig sprechen – und Milchprodukte sind ja gut für den Calziumhaushalt. Eine Frage hätten wir aber: Baut er auch gleich einen Caravan-Camping-Parkplatz? Vielleicht gleich am Bäri-See, das würde den Helden auf dem provisorischen, blumenlosen Platz sicher gefallen – und wäre wohl auch für uns bezahlbar.
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Die Energiemenschen haben uns dann auf eine Idee gebracht – und zwar in einer dieser scheinbaren Arbeitspausen, die natürlich bei den Zeitungsmenschen als kreative und tiefsinnige, geradezu selbstprüfende Tätigkeit verbucht wird: Wo gibt’s denn den NOL noch? Die Dresdner Papiertigerreformer haben uns das Dingens weggenommen, aber es muss doch irgendwo auf dieser Welt noch etwas NOL übrig sein. Denken und gucken – da ist es. Und zwar in Singapur. Dort gibt es eine „Reederei NOL“. Die haben nichts mit statischen Reet-Dächern, sondern mit mobilen Schiffchen zu tun. Das heißt, die machen für uns Werbung auf allen Meeren der Welt – und da sie auch mit der Fliegerei zu tun haben, sind Spocky und Kirk nicht weit. Herrlich!
Gar nicht herrlich sind die vermaledeiten Spritpreise. Unsere Pächties von der Tanke stöhnen, wir auch – und die Brummifahrer sowieso. Es gibt aber Hoffnung. Da die Welt sich aber dreht, sich in der Geschichte alles wiederholt, die heute arm sind, morgen reich werden und Gut und Böse in der Waage bleiben – müssen die Preise ja bald wieder niedrig bei uns sein. In der Zentralafrikanischen Republik kostet der Liter Benzin 0,08 Euro, beim olympischen Dorf in China 0,51. Höchstens noch ein bis zwei Wochen, dann ist die Spritsparwelle bei uns. Alles wird guddi!
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Das ist alles ein billiger Trick, haben sich auch die Sanis im DRK gedacht. Die würden sich nämlich auch nach der Ausschreibung des Rettungsdienstes gerne ab und an einen süßen Riegel leisten, wissen aber nicht, zu welchen Konditionen sie künftig arbeiten werden – oder ob sie sich durch das soziale Netz selbst retten lassen müssen. Das ist bittere Scho(c)kolade.
Dessen ungeachtet, haben unsere Entscheider was für Kinder und ihre schokobeschmierten Münder getan. Der sächsische Bildungsplan sieht nämlich voll die echt krasse alternative Erziehungsschiene vor. Also eher nach dem Motto: Hey Torben, gib dem alten Mann seinen Stock wieder, hilf ihm wieder auf und nimm dir einen Keks. Torben? Na gut, aber sag Dankeschön zu dem Mann ... Ist schon in Ordnung: Werk-, Kunst-, Ruhe- und Selbstfindungsräume für die lieben Kleinen sind gefordert – also kriegen sie die auch. Allerdings könnten sich dadurch einige Kommunen leicht in den Dispo begeben – und die Eltern gleich mit. Denn Erziehung, auch die superalternative, ist teuer. Und die Eltern sollen künftig was drauflegen, damit wir uns mit großen Schritten dem Status Hausmädchen oder Privatlehrer nähern.
Egal. Die Lösung ist nahe: Schoko löst nämlich Glücksgefühle aus und spendet Energie. Die kann ja zum glücklichen Kindermachen eingesetzt werden. Gibt es mehr von den Rackern, werden die Kitas voller und der Einzelpreis geht runter. Wer also heute noch Schoko kauft und die Nacht nutzt, spart.
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Neben der schlagartigen Wachheit – unbeabsichtigt – haben wir dank reger Fantasie die Horrorszene um einen Zentimeter zur großen Zehe hin verlagert. Wir sind uns nun nicht mehr sicher, ob es wirklich klug ist, den Sanis im Kreis zu kündigen. Verwaltungsmäßig ist uns das Prozedere klar – aber was, wenn keiner kommt, um uns den blutenden Zeh mulltechnisch zu bandagieren und heile zu pusten? Während wir „Festgenagelt in der Erde, steht der Fuß durch Stahl gebannt“ trällern, kommen wir zum messerscharfen Schluss: Die Kündigung bezeichnen wir als grenzwertig fürs Sicherheitsgefühl.
Vier Tassen Kaffee später ist uns dann magensauer aufgestoßen, dass in dem beschaulichen Örtchen Ruhlmühle nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen ist. Dort lebt ein netter Westfale. Ein Ur-Ruhlie hat uns jedoch nach dem Beitrag der Adios-NOL-Serie über das feine Kleinod im geografischen Grenzbereich zwischen Idylle und Industriestandort bitterböse darüber informiert, dass ja auch Sachsen und Brandenburger in Ruhlmühle wohnen. Und wir SZies hätten uns nur für den Westfalen und so ein Fahrraddenkmal im Ort eingesetzt. Aber beides ist doch kulturell bereichernd!
Genau diese Bereicherung haben wir uns dann auch vorsorglich als Gedankenstütze hinter die Rechercheunterlagen der Ex-Asylbewerberin Thanh Hong Vo aus Niesky geschrieben – obwohl niemand gemeldet hat, dass es in Niesky auch deutsche Kioskköche gibt. Eine ähnliche Vielfalt-Notiz kommt auch hinter Manfred – wie wir den Mini-Wolf im Biosphärenreservat redaktionsintern getauft haben. Eine weitere sogleich hinter den Namen von Klaus Nicolai, der auch 2008 wieder die Transnaturale am Bärwalder See „rocken“ wird – aber dafür aus Dresden herkommt. Zuletzt ist der Vermerk noch bei Jaroslaw Humenny gelandet. Der polnische Landrat ist zwar aus Niederschlesien, aber man weiß ja nie, wo in den Köpfen die Grenzen verlaufen. Jetzt freuen wir uns auf das Fußball-Halbfinale mit Europäern.
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Trotzdem haben wir abends geweint, als wir unser müdes Haupt in die grob gewebte Bettwäsche vergruben. Die Welt ist schlecht. Erst am Mittag darauf – vor lauter Ermattung auf der Matte haben wir verschlafen – erlitten wir einen Geistesblitz. Die neue Art der Nachrichtendeutung ist die Verkehrung. Beispiele: Die Arbeitslosenzahlen sind im Mai nicht so stark zurückgegangen wie 2007. In der Verkehrung: Die Joblosenzahlen sind seit 2005 extrem-super-stark zurückgegangen. Die Finanzierungsdebatte um den Kombi-Lohn verhindert das zügige Schaffen neuer Jobs, bedeutet: Wo debattiert wird, gibt es Geld. Oder: Mörserfeuer setzt Lausitz in Brand – ist naturphysiologisch auch als Renaturierung arg verholzter Waldbestände zu deuten. Auch nett: Spielplätze am Stadtrand fallen Vandalen zum Opfer, kann als Aggressionsabbau sozial, materiell und bildungstechnisch benachteiligter Jugendlicher ausgelegt werden. Damit haben wir zugleich das Thema der nächsten Woche abgehandelt: Wahlen und Versprechen. Der Versprecher: Ich bin ein Berliner. Richtig: Ich bin ein Lausitzer.
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Da erinnern wir uns doch mit einem schelmischen Augenzwinkern an die längst verdrängte Kindheit im wilden Osten – und sagen mit fester Stimme: Fordern fetzt, aber mit weniger gehts auch. Wir haben als Racker selbst Bolzplätze gebaut – aber die heutigen Kinder können keine zwei Stöcke als Tor mehr in die Lausitzer Heimaterde kloppen. Oder unsere einstige Rasselbande ist über den Zaun vom Sportplatz geklettert – und hat gespielt, bis der Wach-Hausmeister-Boss uns verjagt hat (was recht amüsant war). Auch müssen wir vorsichtig anmerken, dass wir unsere Eltern natürlich immer hoch geachtet und gerne gehabt haben. Aber wenn in der Kita, im Hort oder nach der Schul-AG keiner von den Erziehungsberechtigten zu Hause war, haben wir nicht heulend am Robotron KC 85 gesessen – da konnten uns die Großmenschen eben mal gerne haben. Wir sind in die Pampa abgerauscht, haben Wasserflöhe gefangen, Buden gebaut und Cowboy und Indianer gespielt. Die Indianer waren oft die dicken Kinder – warum, weiß keiner – aber die hatten auch Spaß... und sind heute zum Teil durchtrainierte Muskelprotze. Ach ja, an die Demografie haben wir keinen Gedanken verschwendet. Zumindest das eint die Kinder über Generationen. Kurzum: Das wächst sich alles noch aus.
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Ein Juckreiz am linken Unterschenkel, der sich selbst mit autogenem Training nicht ignorieren lässt, klärt uns auf: Die Schlagzeilen werden wohl eher von einer unheimlichen und von Marsmänneln eingeschleppten Mückenplage künden. Das jüngste Gericht ist gekommen, in Form kleiner putziger Flugwunderwesen mit Stechsaugrüssel und tongenerierenden Flügelbewegungen: Mini-Musiker!
Aber nach dem sofortigen Blättern in den Blättern uralter Weisheitenaufzeichnungen wissen wir: Grillen hilft. Einmal durch das Feuerchen, dem mit Bierdraufrumgesprühe nette Rauchwölkchen entlockt werden. Aber auch Marinade wirkt – von innen: Gut gewürzt, schmeckt Mücken schlecht, hat schon Oma Erna gesagt. Lange Zeit ahnten wir nicht, wie recht sie damit haben könnte. Und dann gibt es ja noch Alkohol – zur innerlichen und äußerlichen Anwendung. Besoffene Mücken könnten der Partyspaß des Sommers werden.
Auch gegen die infamen Geräusche, ähnlich einer gedrosselten Kreissäge, gibt es Gegenmittel. So jazzen die Pücklerfreunde in ihrem Park, dass den Mückies die Facettenaugen verbeult werden. Auch die Ur-Rocker The Lords kommen bald in die Region. Die spielen ja sicher wieder Poor Boy – was nix weiter als armer Junge heißt. Und laut Erna ist das mit den Mücken, wie mit den Läusen: Bei armen Leuten treten sie nicht in Aktion. Denn Mücken sind, sagt unsere Ausgabe des Meyerschen Tierlexikons: Die Robin Hoods der Lüfte. Sie nehmens nur von Reichen, Parfümierten, Gelackmeierten. Tipp: Lassen Sie sich von wohlhabenden Leuten zum Grillen einladen, nehmen sie nur Chili-Steaks und versuchen sie alkoholtechnisch einen gewissen Pegel zu halten. Es soll ja ein trockener Sommer werden.
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Die Vorhersagen enden damit nicht. Da wir kein Geld, aber immer Hunger haben, finden wir den heroischen Einwurf unserer Links-Außen-Spieler mit dem kostenlosen Mittagessen für unseren Nachwuchs nicht umsonst, sonder irgendwie sättigend. Aber wir ahnen da auch was. Denn sofort bruzzeln bei uns die Neuronen: Gilt das auch für Umschüler, Weiterzubildende, Spätabiturienten, Berufsschüler, Azubis, Fortgebildete (die hier bleiben) oder Mitglieder einer Seniorenakademie und Fernstudenten?
Wer bildungshungrig ist, kann auch umsonst, äh kostenlos essen? Wäre toll. Echt. Und im Sinne der sozialen Gerechtigkeit müssen wir sagen: Da wir uns jeden Tag belehren lassen – also unser ganzes Leben lang lernen – können wir auch kostenlos mitessen? Wenn dem so is(s)t, würden wir auf der nächsten Klausurtagungen mit unserem Magen die Aktion gutheißen. Allerdings: Aus einer Weiterbildungsbroschüre nordamerikanischer Wissenschaftler haben wir uns kürzlich vorlesen lassen, dass viele Unerwachsene zu dick sind. Wenn die jetzt alle für lau futtern, wagen wir nostradamusmäßig zu prophezeien: Das fette Ende kommt noch.
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Noch gilt das Bergbaurecht am Bäri – und die Schilder untersagen uns an vielen Stellen auch nur daran zu denken, unseren Lieblingssee badend in Besitz zu nehmen. Aber da niemand zu sehen war, der uns einen Platzverweis aussprechen konnte, haben wir halt mal den Renegaten, den jungen-alten Wilden, den wagemutigen Freibeuter in uns rausgelassen. Aber eigentlich sind wir wegen einer neuen Internetpräsenz vorbeigekommen, die gar Wunderliches erzählt: „Auch für andere Freizeitaktivitäten – zum Beispiel Inlineskaten, Wandern und Radeln – bietet der nach seiner vollständigen Flutung größte See Sachsens vielfältige Möglichkeiten.“ Grandios. Fantastisch. Was für eine Attraktion. Dschieses rufen in solchen Fällen die englischsprachigen Mystiker. Und wir wollten deshalb die tollen Leute sehen, die auf nem See wandern, mit acht Rollen drüberflitzen oder sogar Rad fahren. Das ist wie Himmelfahrt und Weihnachten an einem Tag. Dschieses halt. Aber nix. Kein Radler auf dem See, nur am Rand lang haben einige Sportfreunde in die Pedalen getreten. Da sind wir auch wieder gefahren, vielleicht zeigen sich die Künstler nicht jedem.
Es gab ja auch andere magische Momente in dieser Woche: Und die Regionalies, also wir alle, haben dafür wieder martialisch das wehrhafte Völkchen raushängen lassen. Den übelsten Inquisitatoren gleich, haben wir den Hexen Feuer unter dem Allerwertesten gemacht. Kurzum, der Sieg war unser, der Winter ist Geschichte. Alles wird gut.
Wie gut alles werden könnte, haben uns die Gewerkschafter erzählt – und wenn man denen nicht zuhört, sondern nur zusieht, überfällt einen folgende Einsicht: Alles gut und schön, aber einem bodenständigen Gewerke gehen die alle nicht nach. Die reden viel. Lass‘ mer se machen. Wir gehn ins Wochenende und zum Supersee. Gucken.
@ www.wsv-baerwalder-see.de
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Da wäre die Arbeitslosigkeit oder zumindest der damit einhergehende Geldmangel. Auch das Wetter ist unzuverlässig. Gesundheitlich wollen wir alle besser dastehen, weil wir dann die Krankenkassenbeiträge einsparen könnten. Geliebt werden wollen wir natürlich auch – was zwar kein viertes Problem, aber immer ein guter Wunsch ist. Fünf und Sechs möchten wir mit Ernährung zusammenfassen, weil gute zu viel kostet und billige zu gut schmeckt. Das letzte Problem ist die Politik. Zumindest daran dürften – Wahlprogramm hin oder her – die Landratskandidaten parteiübergreifend scheitern.
Es bleibt also bei sieben Weltwundern, sieben Erzengeln, sieben Tagen einer Woche und sieben ganz-dolle-bösen Sünden, die aber auch Spaß machen. Spaß haben wir sicher auch mit unseren sieben Kandidaten, wenn wir sie Aug’ in Aug’ in den nächsten Wochen auf Plätzen, von Balkonen und vor Holzkohlegrills sehen. Es gibt ja auch sieben Himmelskörper mit bloßem Auge zu sehen, erinnern wir uns an den Astronomieunterricht, der vielleicht absichtlich in Vergessenheit geriet. Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn sind das. Egal – aber das sollte uns zu denken geben. Passiert mit dieser Siebenhäufung was Tolles?
Toll finden wir unsere Polizeier. Die haben ne Statistik, wonach es im Vergleich zu 2003 im vergangenen Jahr gut 1 000 weniger Kfz-Straftaten in der Region gegeben hat. Bevor wir kirschkernweitspuckend, auf dem Boden wälzend, in sprudelnde Dankesreden ausbrechen, soll angemerkt werden: Es geht uns auch immer schlechter und wir haben hier einfach nicht mehr so viele Autos. Dass wir nicht weniger kriminell sind, zeigt die Statistik nämlich auch: 2003 hat es 1123 Straftaten gegeben – und 2007 auch. Und was ist die Quersumme dieser Zahl? Na klar: Sieben.
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Stramm gestanden haben wir jedenfalls, als uns die Muskauerianer erzählt haben, dass die nicht nur Pückler-, Unesco-Welterbepark, Heilmittel, Kurort, Kleinod und Neißestadt sein wollen, sondern auch Geopark. Klingt wie ne Schulstunde, ist aber ganz dolle wichtig. Je mehr Titel, desto mehr Gäste. Mehr Gäste, sind mehr Kohle. Mehr Kohle ist mehr Energie – womit wir wieder bei der verflixten Zeitumstellung sind. Angenommen wir richten uns danach – vielleicht, weil der Arbeitgeber sonst das Licht wegen permanenten Sommerzuspätkommens ausknipst – aber wie ist diese wohlfeile Ökoidee eigentlich mit unserem innerlichen Minister zu vereinbaren? Der will uns ja dauerhaft heimleuchten, also die ganze Nacht, mit allen Birnen an den Laternen, die wir haben. Und selbst wenn wir dafür Ökostrom nehmen – das bringt uns nicht in den grünen Bereich. Egal. Gute Nacht!
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Ach ja patriotisch, so hat die vergangene Woche aufgehört. Deshalb wollte diese Woche jeder mal was dazu sagen. Dabei sind die Fakten schnell erzählt: 150 Mal Hoffnungslosigkeit in Horka. 150 von denen, die trotz kurzgeschnittener Haare ohne Erkältung durchs Leben kommen wollen. 150 Mal Schnürstiefel, falls ein altes Mütterchen über einen schlammigen Weg getragen werden muss. 150 Mal Erwartungen an ganz revoluzzermäßig böse Musi zwischen tümelnder Schalmei und elektronischem Zupfkörper. Und dann kommt die Polizei – und nischd ist. Keine Musi, kein böse tun, kein Gemeinschaftsgefühl. Aber das Wetter war gut.
Das dachten sich zu Wochenanfang auch die Kleingärtner, radelten in ihre Sparte, schlossen ihr Büdchen auf – und dann schreibt die SZ: hey, Vorsicht mit Gartenarbeit. Es wird kalt. Und nun haben wir also den Salat aus dem Supermarkt, weil es für den eigenen Gemüsegarten zu kalt ist. Also besser nicht umgraben – und schon gar nicht buddeln. Das gilt insbesondere für den Raum Gebelzig. Dort soll geheimnisvolle Grauwacke liegen. Was wie ein Standort für Atommeiler klingt, ist aber nur schnödes Gestein. Und das wollen die Menschen dort in der Erde lassen. Sogar die Herren aus Politik und Zeitgeschehen mischen sich ein. Sollte hier vielleicht gelingen, was mit der zerklüfteten Tagebaulandschaft am anderen Ende des Landkreises nicht gelungen ist? Es bleibt spannend – mit oder ohne Wetter.
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Überhaupt die Jugend. Der haben wir von Amts wegen 1,6 Mille harter Euronen gegeben. Dank des Jugendhilfeausschusses gibt es also auch 2008 gute Unterhaltung für den Nachwuchs. So werden noch ganz patente Erdenbewohnern aus denen. Vielleicht ist sogar ein Wirtschaftsförderer darunter. Wenig förderlich ist das Umkippen des ganzen Windparkkrams gewesen. Üble Sache. Da stellt sich die Frage, ob die olle Sturmtieftante Kirsten vielleicht noch ne kleine Schwester hatte. Erst wird die Oberlausitz von dem Supervernichtungsorkan nur umweht, gestreift, angerempelt. Und dann kommt so nen kleiner Balg hinterher. Mistwetter!
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Sonnenschein ist hingegen für die Lausitzer Jugend bestellt. Wir haben den Berufswahlpass. Olé. Gut, den haben auch andere, aber wir wissen seit dieser Woche, wie der funktioniert. Also so ziemlich. Ist halt ’ne Betriebsanleitung für die Karriereleiter. Die Unternehmer schicken zudem die Schüler bald in den Polytechnischen Unterricht zurück. Irgendeiner hat den ja im Zuge von eingerissenen Mauern und gestürzten Idolen, die mit „H“ anfangen und mit „onecker“ enden, abgeschafft. Das ist Geschichte, jetzt wird die Jugend wieder zur Kartoffelernte herangezogen – wenn sie denn Landwirt werden will. Und dank der doppelt organisierten Aktivitäten in Sachen offene Unternehmen werden wir bald eine Facharbeiterschwemme in der Region haben. Würde es endlich Frühling und die Fortpflanzungshormone aktiv, wäre auch die Demografie ruck, zuck wieder im Lot. Am 20. März ist Frühlingsanfang.
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Hey Leute, die Frau Merkel war bei uns. Ja, das ist die Chefin. Gut, der Köhler Horst war auch schon da. Und der Schröder Gerhard auch. Aber mit dem Besuch der Kanzlerin in der Zivischule Schleife öffnet sich eine neue Dimension für uns: Jetzt gibt es bald nur noch Blumen und Frieden. Gut, etwas kriegerischer könnte es noch einige Jahre sein, weil die Frau Bundeskanzlerin selbst zur Waffe greifen würde, wenn sie die ober-ober-ober-theoretische Wahl zwischen Zividienst oder Uniform hätte. Aber hey, das Ziel ist klar: Weltfrieden. Und in den Geschichtsbüchern wird stehen: Anno 2008 sagte die Bundeskanzlerin im lausitzischen Schleife, dass Zivildienst echt nicht übel ist. Na ja, oder so ähnlich.
Auch in die Geschichte eingehen wird das Parkseminar in Rothenburg. Wer das nicht verfolgt hat, denkt vielleicht, da haben einige Alternative in Juchtenmänteln und mit dreckigen Fingernägeln auf ’ner Parkbank gesessen und seminariert. Nix da, da wurde angepackt. Die Erfolgsmeldung: 40 Bäume weniger. Weil so ein Naturpark einfach unbelehrbar ist und wächst, wie er will, musste halt mal ’ne Lehrstunde mit der Säge anberaumt werden. Das ist mal ein echter Erfolg. Jetzt gibt es wieder freie Sicht für freie Bürger im Stadtpark. Super.
Und dann der Findlingspark. Der hat bald einen Waldsee. So heißt er jedenfalls. Denn zumindest in der Saison 2007 war da noch kein Wald. Aber es ist wie so oft: Auf die Sichtweise und den Standpunkt kommt es an. Wer sich nämlich vorsichtig zwischen die Kakteen, Heidekräuter und Jungbäume legt, kann mit etwas Fantasie den Wald spüren, der da in 100 Jahren steht. Es geht uns also besser als je zuvor. Bescheiden müssen wir Lausitzer nicht sein – wir sind ganz weit oben. Und die Aussicht ist herrlich.
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Reden sollten auch die Eltern – vor allem mit ihren Kindern. Denn die nehmen Drogen. Das ist nicht neu? Ha! Doch, denn nicht mehr die Pubertierenden, sondern die Dreikäsehochs fangen schon damit an. Die neuen Konsumenten kaufen sich vom Schul-Milchgeld bewusstseinserweiternde Rauschmittel. Ein neckisches Dudu! hilft da natürlich nicht. Es müssen Ideen, Ziele, Hobbys und Sozialstrukturen für die Kleinen gefunden werden. Vor drei Generationen haben Radfahren, Fußball, Budenbauen, Stromern, Klingelputze und Hasche geholfen. Jetzt stellt sich die Frage: Mit welchem Alter kann das Fastenwandern begonnen werden?
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Aber wir denken auch über die Neiße hinaus. Unsere Sächsisch-Polnische Wirtschaftskooperation zieht nach zwei Jahren Beratertätigkeit eine erfrischende Bilanz. Wer künftig mit den Nachbarpolen Geschäfte tätigen will – aber nicht weiß, wie die so ticken – ruft bei den IHKlern an. Hausbesuch garantiert, Wirtschaftserfolg auch. Ja, wir wissen, wie man zu Geld kommt. Andere leider auch: Die Fahrschulprüfungsgebühren sind gestiegen. Übel, gemein, hinterhältig? Mitnichten. Bei uns ist der Weg zur „Fleppe“ trotzdem 25 Prozent günstiger als in anderen Regionen.
Und dann das Oberlausitzer Biosphärenreservat. Das zieht in den Erlichthof Rietschen – auch die Westler der Region haben erkannt, dass im Wolfsland das Zentrum, der Nabel, der Mittelpunkt aller Hoffnung liegt. Na, vielleicht ist auch die Miete günstig. Hoffentlich wirds bald wieder richtig Sommer.
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Biodieselsteuer etwa. Was haben wir die Augen aufgerissen, als wir eine Kleintransportermannschaft aus dem Nachbarland beim Supermarkt in Rietschen zwei Paletten Rapsöl kaufen sahen – und die den in den Tank ihres in die Jahre gekommenen Gefährts damit füllten. Mit nem Blick auf die Biodieselpreise an der Tanke lachen wir nicht mehr. Denn der Biodiesel ist so verflixt teuer, dass man heulen möchte. Und alle, die auf Bio-Tiger im Tank gesetzt haben, sind nun als immobiler Bettvorleger gelandet.
Ähnlich die Lage beim Mindestlohn. Die Wirtschaftsmagnaten sagen, der zerstört die zarte Ostpflanze des wohlfeilen Aufschwungs. Die Linken wollen soziale Gerechtigkeit. Und die, die malochen, einige Euro mehr. Was haben wir Oberlausitzer auf die Entscheidung für einen Einfluss? Keinen. Leider.
Und dann wieder Schengen. Die Polizei erklärt uns seit Dezember, dass alles gut wird und wir auf die März-Statistik warten müssen, ob wem was geklaut, gebracht, geborgt oder versehentlich entwendet wurde. Also: Einfluss null, abwarten.
Selbst bei unseren Sorben, die endlich auch Thema der großen Politik sind, werden wir nicht gefragt. Die Geldgeber zieren sich – und diejenigen, die sorbische Kultur rund um Schleife leben – tja, die sind zu weit von Bautzen, Dresden und Berlin weg. Schade.
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Ach ja Winter. Nix Schnee, nix Romantik, nix Kaminfeuer. Aber glatt wars. Ein Truckfahrer hat seinen fahrbaren Untersatz in den Straßengraben bei Rietschen gesemmelt. Er blieb unverletzt, aber blöderweise hing an der Zugmaschine auch ein Aufliegerhänger. Ärgerlich. Und das nur wegen Blitzeis über gleich mehrere Stunden.
Mit einer blitzartigen Aktion voller Pyrotechnik haben auch die Polizisten auf sich aufmerksam gemacht. Die haben in der Eishalle Weißwasser aufgeräumt. Also: Die bösen Fans weggeräumt. Eine Übung mit Hunden und Blaulicht und allem Drum und Dran. Wie im Kino. Nur wusste davon keiner, deshalb gibt es keine Fotos. Mist.
Um bei der Polizei zu bleiben. Die haben die Lage echt im Griff. Die Jugendgewalt geht zurück, vor allem bei uns. Es kann natürlich sein, dass die Krawallisten hier auf dem Land auch einfach zu weit fahren müssen, um Krawall loszutreten – und deshalb nach Berlin ziehen. Egal. Hier ists ruhig.
Nicht mehr ruhig sind indes die Unternehmer der Region. Alle klagen über Fachkräftemangel – und bei einigen besonders guten Klägern drängt sich der Eindruck auf, dass ist nicht so ganz von tiefsten Herzen geklagt – aber egal, unsere Unternehmer fördern jetzt Azubis und Azubinen, damit die perfekt in ihre Firmen passen. Fein, fein.
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Gegen Sehstörungen gibt es die Ärzte. Aber nicht bei uns. Gerade bei denen nicht ein wenig nette Musik und einige Pflänzchen aus dem Vorgarten genügen, grassiert die Nachfolgerpanik – also Fachärzte. In Königshäusern vergangener Zeiten hat es da Zwangsheiraten gegeben – das geht nicht mehr. Und ausbaden müssen wir Patienten das – bitte bleiben Sie gesund.
Dass der künftige Superkreis in Ostsachsen, der gar kein Kreis, sondern eben eine Banane ist, gesund und stark wird, haben unsere Oberentscheider in dieser Woche auch beschlossen. Wir Nordmänner geben unsere hoheitlichen Aufgaben in Sachen Kultur- und Bildung an die Löbau-Zittauer ab. Die haben sich aufgrund der ganzen Öl-Reserven-Diskussion den Namen Kuweit für das Konstrukt gegeben. Vielleicht um ein Kontrapunkt zu den Ökos zu setzen. Aber die haben jetzt auch was Neues erfunden. Einen Energiestammtisch in Weißwasser. Ob dabei fiese Zoten über Energie gerissen werden, man in geselliger Runde über Strom, Volt und Watt redet oder mit der teuren Ware handelt, bleibt abzuwarten. Es kommt ja noch ein Jahr. Bald.
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Jedenfalls hat in Weißwasser der Romantische Weihnachtsmarkt eröffnet, und der in Niesky ist für das gemeine Volk ebenfalls zugänglich. Und so bollern die Räuchermännchen vor sich hin – und wir erinnern uns an die Debatte um das Rauchverbot. Da schlägt die Physiognomie der Wirte Falten, weil die an den Rauchern hängen. Raucher sind ja zumeist gemütliche Männeken und konsumieren wegen des trockenen Rauchs viel Flüssiges. Womit der Marktzusammenhang kugelblitzartig in den Vordergrund tritt. Aber, liebe Leute, lasst euch sagen: Die Uhr hat gegen die Raucherschaft geschlagen! Also Obacht – ein weiterer Zusammenhang: Das Medizinische Versorgungs-Zentrum Rothenburg sucht Ärzte. Wenn es aber weniger Räuchermännchen oder -frauchen gibt, sinkt das Herzinfarktrisiko, die Haut altert nicht so fix, und die Zähne bleiben werbefernsehtauglich. Da braucht man weniger Ärzte in deutschen Landen – somit müssten bald einige Mediziner arbeitslos sein – und die könnten in Rothenburg anfangen. Na ja, zumindest könnten sie dort abhängen. Viel zu tun werden sie nicht haben, denn eine Gesundheitsstudie sagt: Der Landbursche und die -maid sind viel gesünder als die Ballungszentrums-Bevölkerung. Ja, Landluft tut gut, auch wenn der Kuhdung in der Nase beißt. Da können Großstädter ihr Gesicht noch so finster zur Faust ballen – die schönsten Menschen hängen in der Lausitz ab.
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Wie sehr der schnöde Mammon regiert, hat auch der Wolf erfahren. Er jaulte schon himmelhoch, als die Verträge für seine Betreuer in der Lausitz Tag um Tag im Ministerium verblieben – da kam auf SZ-Anfrage Bewegung in die Sache und nun ist es geklärt. Lupus und Lupinchen werden weiter beobachtet, die Verträge sind nicht im Reißwolf gelandet. Kurzum, wir werden weiterhin alles über Elektrozäune, Litzen und Herdenschutzvierbeinerausbilder erfahren. Der Wolf grollt der SZ.
Eine gute Erfahrung in dieser Zeitungswoche war das „rege Interesse“ diverser „Interessenten“ (Achtung: Weißer Schimmel trifft auf Schwarzen Rappen) für den Waggonbau in Niesky. Das ist eine Lehrstunde der Marktwirtschaft, wie sie das Kommunistische Manifest nicht besser hätte formulieren können: Obwohl es Bedarf an guten Waggons gibt, obwohl Wissen und Qualität stimmen, reicht das Geld nicht, um Material zu kaufen. Das kennen wir alles irgendwie. Aber in der Marktwirtschaft gibt es eben statt Planübererfüllung per Parteitagsbeschluss Investoren, die eine gute Chance zu nutzen wissen. Na vielleicht gewinnt ja einer von hier den Lotto-Jackpot – dann kann der unserer Lausitz mal richtig Zucker geben. Is‘ ja Weihnachtszeit.
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Also da! Das lässt sich nun von den Pontons sagen, die im Bärwalder See liegen. 68 Klötzer, wie aus dem Lego-Katalog. Schiffe sollen da anlegen – na endlich geht es voran. Dass der Schwarzhalstaucher nicht ab-, sondern bei unserem Lieblingssee aufgetaucht ist, sollte niemanden beunruhigen: Der mag seichtes Gewässer. Füllt sich der Bäri-See, landet das Vögelchen vielleicht bald in einem anderen, flacheren Tagebaurestsee. Wir haben ja genug davon, Verzeihung dafür.
Unverzeihlich ist indes die Rede von: Geld ist nicht alles, man muss sich persönlich einbringen, jeder ist gefragt oder ganz provozierend: Was tust du? Da gibt es also für eine Idee des Kreises, Aktivitäten und Einrichtungen besser gegen Rechts zu koordinieren, kein Extra-Geld aus Dresden. Haben die sich im Superballungszentrum, im sächsischen Leuchtturm, im Nabel der Christstollenwelt oder im Landtag mal gefragt, was die Braunhemdchen so tun, wenn sie nicht in der Landeshauptstadt sind? Ja, genau, die erholen sich auf dem Lande. Und Land ist ja vor allem hier.
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Ein irres Hochgefühl hat uns indes beschlichen, als uns die Nachricht ereilte, dass der Spreezuleiter für unseren Lieblings-Bäri-See repariert wird. Im Dezember will der Bergbausanierer fertig sein – hoffen wir mal auf den Klimawandel und einen frostfreien Winter, sonst kommt ja kein Wasser aus dem Gebirge zu uns Flachländern.
Erfreut hat uns auch eine leere Fläche in Berlin. Die Mauer ist weg. Wir können außerhalb der sozialistischen Bruderländer Urlaub machen – das jährt sich zum 18. Mal. Wir feiern das mit 18-Jährigen, die weder Schlager-Süßtafel, Ata und Radialreifennachschub für Lada und Trabi wertschätzen können. So haben wir beim Trabi eine Ko-Festivität ausgerichtet, seinen Frührentenalter-Geburtstag. Mit Blick auf morgen sagen wir Helau oder Alaaf oder Guddi oder Juhu.
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Weniger prickelnd haben wir gelesen, dass unsere Jugend darüber nachdenkt, die Schule nach hinten zu verlagern – zeitlich. Den Guten ist es zu früh. Die sind da noch müde, weil die Party mal wieder zu lange gedauert hat. Und natürlich findet sich ein amerikanischer Wissenschaftler, der das frühe Aufstehen verteufelt und was von Bio-Rhythmus erzählt. Da schlagen wir vor: Bio als erste Stunde am Morgen. Oder so lange feiern, dass es direkt von der Party in die Schule geht. Das ist aber auf Dauer ebenso wenig zu empfehlen, wie ein Gläschen Sekt mit einem Energiegetränk zu mixen, um morgens auf Touren zu kommen.
Auf Touren ist indes der Regionalplan für Ostsachsen gekommen. Der liegt jetzt vor – und stellt die Weichen für die Zukunft. Aber so sachlich, wie der daher kommt, haben die Macher das eine Jahr Bearbeitungszeit in völliger Sekt-Abstinenz gelebt. Und sie sind wohl auch früh aufgestanden, um sich mit alternativer Energieerzeugung – von Fotovoltaik über Windkraft bis Biomasse – zu beschäftigen. Vielleicht stoßen sie ja bei der Verabschiedung des Planes mit Sekt an. Es muss ja keine Flasche sein.
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