Dienstag, 14. November 2006
Knapp vorbei ...
Pünktlichkeit ist eine Zier. Wer sich zu spät aufmacht, muss schneller sein. Binsenweisheiten? Klar, aber welch' tragische Komponente hat dies, sofern der Zeitverlust mit dem Automobil ausgeglichen werden soll.
Heute: Bin spät dran, nicht zu spät, aber spät. Beim Ausparken noch brav gezirkelt, einen sanftmütigen Blick auf den Einparklegastheniker geworfen, der dem Vorwärtsdrang entgegen steht. Gewartet. Gedacht: Du blöde Sau. Aber gewartet. Dann also alle Pferde aus der Koppel gelassen - keine Ahnung welche Anzahl PS in dem Mobil zur Verfügung stehen. Aber es sind wohl einige. Diese Kurve etwas spitz genommen, jene Geschwindigkeitsbeschränkung ignoriert - und weiter. Dann verlässt einen kurz der Orientierungssinn, links, rechts, geradeaus? Also rechts eingebogen, was sich nach 20 Metern als falsch herausstellte. Wenden kostet Zeit. Alle Wege führen nach Rom, also weiter. Da steht also dieser ehrbare Müllmann, erledigt seine Arbeit. Zwischen Müllauto und Bürgersteigkante ist genügend Platz - also weiter. Vielleicht mit zehn Stundenkilometern? Vielleicht 15? Und der Müllmann kommt justamente in dem Augenblick hinter seinem orangenen Gefährt vor, als der Terminbesorgte das Heck des Müllautos passierte. Vollbremsung, schreckensgeweitete Müllmannaugen, ein beherzter Sprung zurück. Nichts passiert. Aber wie knapp war das! Und nur wegen eines Termins, bei dem sich herausstellt, dass fünf Minuten keine Rolle spielen. So ein Mist. Was da hätte passieren können. Nicht unken.
Aber lehrreich ist es: Es lohnt nicht Zeit mit Gewalt aufholen zu wollen. Klingt wie eine Binsenweisheit. Blöd, wenn die nicht bedacht werden. Arsch, echt.

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