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Montag, 10. Dezember 2007
Geflügelte Jahresendfigur mit Zuckerguss ...
xiii, 21:51h
Alles hängt irgendwie zusammen. Glitter hängt am Tannenbaum neben Kugeln und Leuchtelementen. Und damit hängt das Jahr zusammen, das dem Ende seiner 365 Tage entgegenstrebt. Ein rotbemäntelter, bartmaskierter Typ hängt ebenfalls mit dem ganzen Gewese um Schnee (fehlt), Rentiere (lange nicht gesehen), Geschenke (wer schenkt einem heute noch was), gemütliche Abende im Familienkreis (vor dem Fernseher) und mit der Schokoindustrie (das haut hin) zusammen. Wir nennen das Weihnachtszeit. Und die bricht mit aller Gewalt (aber sanft-säuselnd) über uns herein. Das gilt, auch wenn den wenigsten Nüchternen ein weihevoller Zusammenhang der CD-Mugge im Supermarkt (X-mass is comming) und dem Schneefall (leider noch im Aggregatzustand flüssig) einleuchten mag. Offiziell ist Besinnlichkeit angeordnet, also wird gefühlsduselt.
Jedenfalls hat in Weißwasser der Romantische Weihnachtsmarkt eröffnet, und der in Niesky ist für das gemeine Volk ebenfalls zugänglich. Und so bollern die Räuchermännchen vor sich hin – und wir erinnern uns an die Debatte um das Rauchverbot. Da schlägt die Physiognomie der Wirte Falten, weil die an den Rauchern hängen. Raucher sind ja zumeist gemütliche Männeken und konsumieren wegen des trockenen Rauchs viel Flüssiges. Womit der Marktzusammenhang kugelblitzartig in den Vordergrund tritt. Aber, liebe Leute, lasst euch sagen: Die Uhr hat gegen die Raucherschaft geschlagen! Also Obacht – ein weiterer Zusammenhang: Das Medizinische Versorgungs-Zentrum Rothenburg sucht Ärzte. Wenn es aber weniger Räuchermännchen oder -frauchen gibt, sinkt das Herzinfarktrisiko, die Haut altert nicht so fix, und die Zähne bleiben werbefernsehtauglich. Da braucht man weniger Ärzte in deutschen Landen – somit müssten bald einige Mediziner arbeitslos sein – und die könnten in Rothenburg anfangen. Na ja, zumindest könnten sie dort abhängen. Viel zu tun werden sie nicht haben, denn eine Gesundheitsstudie sagt: Der Landbursche und die -maid sind viel gesünder als die Ballungszentrums-Bevölkerung. Ja, Landluft tut gut, auch wenn der Kuhdung in der Nase beißt. Da können Großstädter ihr Gesicht noch so finster zur Faust ballen – die schönsten Menschen hängen in der Lausitz ab.
Jedenfalls hat in Weißwasser der Romantische Weihnachtsmarkt eröffnet, und der in Niesky ist für das gemeine Volk ebenfalls zugänglich. Und so bollern die Räuchermännchen vor sich hin – und wir erinnern uns an die Debatte um das Rauchverbot. Da schlägt die Physiognomie der Wirte Falten, weil die an den Rauchern hängen. Raucher sind ja zumeist gemütliche Männeken und konsumieren wegen des trockenen Rauchs viel Flüssiges. Womit der Marktzusammenhang kugelblitzartig in den Vordergrund tritt. Aber, liebe Leute, lasst euch sagen: Die Uhr hat gegen die Raucherschaft geschlagen! Also Obacht – ein weiterer Zusammenhang: Das Medizinische Versorgungs-Zentrum Rothenburg sucht Ärzte. Wenn es aber weniger Räuchermännchen oder -frauchen gibt, sinkt das Herzinfarktrisiko, die Haut altert nicht so fix, und die Zähne bleiben werbefernsehtauglich. Da braucht man weniger Ärzte in deutschen Landen – somit müssten bald einige Mediziner arbeitslos sein – und die könnten in Rothenburg anfangen. Na ja, zumindest könnten sie dort abhängen. Viel zu tun werden sie nicht haben, denn eine Gesundheitsstudie sagt: Der Landbursche und die -maid sind viel gesünder als die Ballungszentrums-Bevölkerung. Ja, Landluft tut gut, auch wenn der Kuhdung in der Nase beißt. Da können Großstädter ihr Gesicht noch so finster zur Faust ballen – die schönsten Menschen hängen in der Lausitz ab.
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Dereinst dudelte die DDR daher ...
xiii, 21:50h
Das ist eine Ansage für alle Wendemuffel, N(Ost)algiker und rote Socken: Glaubt bloß nicht, das posttotalitäre System kommt zurück, nur weil bei den Oberentscheidern unserer ach so sozialen Marktwirtschaft die Erkenntnis reift, dass in der DDR nicht alles schlecht war. Gut, es stimmt die Aktien-, Immobilien- und Spekulationshaie unserer Tage sicher verwunderlich, dass wir alle den „polytechnischen Unterricht“ wiederhaben wollen (weil er einfach besser ist), dass die mühsam zerschlagenen Polikliniken wieder aufgebaut werden (ein Hoch auf die Gemeinschaftspraxen) und sogar die „Produktive Arbeit“ dem Nachwuchs widerfährt (auch wenn das jetzt Praktikum oder soziales Jahr heißt). Aber wenn ihr denkt, dass bald der Film „DDR-Reloaded“ in die Multiplexe (Lichtspielhäuser) kommt, täuscht ihr euch. Der Grund ist einfach: Das ist billiger. Nix mit Demo und Sozialismus und Republik. Es heißt leider weiter: Geld regiert!
Wie sehr der schnöde Mammon regiert, hat auch der Wolf erfahren. Er jaulte schon himmelhoch, als die Verträge für seine Betreuer in der Lausitz Tag um Tag im Ministerium verblieben – da kam auf SZ-Anfrage Bewegung in die Sache und nun ist es geklärt. Lupus und Lupinchen werden weiter beobachtet, die Verträge sind nicht im Reißwolf gelandet. Kurzum, wir werden weiterhin alles über Elektrozäune, Litzen und Herdenschutzvierbeinerausbilder erfahren. Der Wolf grollt der SZ.
Eine gute Erfahrung in dieser Zeitungswoche war das „rege Interesse“ diverser „Interessenten“ (Achtung: Weißer Schimmel trifft auf Schwarzen Rappen) für den Waggonbau in Niesky. Das ist eine Lehrstunde der Marktwirtschaft, wie sie das Kommunistische Manifest nicht besser hätte formulieren können: Obwohl es Bedarf an guten Waggons gibt, obwohl Wissen und Qualität stimmen, reicht das Geld nicht, um Material zu kaufen. Das kennen wir alles irgendwie. Aber in der Marktwirtschaft gibt es eben statt Planübererfüllung per Parteitagsbeschluss Investoren, die eine gute Chance zu nutzen wissen. Na vielleicht gewinnt ja einer von hier den Lotto-Jackpot – dann kann der unserer Lausitz mal richtig Zucker geben. Is‘ ja Weihnachtszeit.
Wie sehr der schnöde Mammon regiert, hat auch der Wolf erfahren. Er jaulte schon himmelhoch, als die Verträge für seine Betreuer in der Lausitz Tag um Tag im Ministerium verblieben – da kam auf SZ-Anfrage Bewegung in die Sache und nun ist es geklärt. Lupus und Lupinchen werden weiter beobachtet, die Verträge sind nicht im Reißwolf gelandet. Kurzum, wir werden weiterhin alles über Elektrozäune, Litzen und Herdenschutzvierbeinerausbilder erfahren. Der Wolf grollt der SZ.
Eine gute Erfahrung in dieser Zeitungswoche war das „rege Interesse“ diverser „Interessenten“ (Achtung: Weißer Schimmel trifft auf Schwarzen Rappen) für den Waggonbau in Niesky. Das ist eine Lehrstunde der Marktwirtschaft, wie sie das Kommunistische Manifest nicht besser hätte formulieren können: Obwohl es Bedarf an guten Waggons gibt, obwohl Wissen und Qualität stimmen, reicht das Geld nicht, um Material zu kaufen. Das kennen wir alles irgendwie. Aber in der Marktwirtschaft gibt es eben statt Planübererfüllung per Parteitagsbeschluss Investoren, die eine gute Chance zu nutzen wissen. Na vielleicht gewinnt ja einer von hier den Lotto-Jackpot – dann kann der unserer Lausitz mal richtig Zucker geben. Is‘ ja Weihnachtszeit.
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Ein großes "Ach" schalmeit ...
xiii, 21:48h
Gut, dass wir keine Finnen sind. Bei denen ist der Winter nicht so lustig wie bei uns – und deprimiert sind die, so unglaublich deprimiert, man möchte sie fast einladen, bei uns Urlaub zu machen. Zwar haben wir im November, wie wir in dieser Zeitungswoche erfahren haben, auch eine finnische Zeit, die nichts mit deren Sauna oder Schulsystem zu tun hat – aber wir sind längst nicht so dauer-depri, wie die Finnen. Und wir wissen jetzt: Hey, es ist ganz normal, dass alle der Herbstdepression erliegen. Wirklich, normal! Ein bissel Schokolade, etwas Holzfeuer im Kamin oder Pfützenhopperei, wenn schon kein Schnee da ist. Danach ist alles wieder gut. Wer keinen Kamin, keine wasserdichten Schuhe, aber dafür leichte Figurprobleme hat, kann noch einkaufen. Eine bessere Ausrede als die Geschenkejagd gibt es in der Vorweihnachtszeit ja wohl nicht. Oder eben mit Grog den körperinneren Kamin auf Temperatur bringen. Oder Diät-Schoko. Na ja. Nicht schlecht schauen würden die Nordländer, wenn sie bei der Sitzung der Touristischen Gebietsgemeinschaft Neißeland dabei gewesen wären. Denn nun ist wintersonnenklar: Die Lausitz ist ein Urlaubsparadies. Nee, echt jetzt! Es gibt hier alles: Teiche, die jetzt abgelassen sind. Mittelgebirge, auf denen kaum Schnee liegt. Badeseen, die noch für Badegäste gesperrt sind. Radwege, auf denen es zurzeit etwas frisch ist. Ja, da schalmeit die Novemberdepression durch den Buchstabenwald. Ist aber nicht so gemeint. Wir lieben die Lausitz – aber zurzeit, mal ehrlich – es ist schon etwas trübe. Bleibt noch Plätzchen backen, Greenpeace am Kraftwerk gucken, Wildwechsel ausweichen, sich und die Familie per Vorlese-Marathon weiterbilden oder eben Müll trennen. Letzteres haben wir Lausitzer in der jüngsten Vergangenheit etwas schludern lassen. Ja, die neueste Landkreisstudie spricht es aus: Da ist doch die eine oder andere Bananenschale im Restmüll gelandet, weil Papa die Biotonne mit Gartenabfällen voll- gestopft hat. Böse, böse! Aber wenigstens gibt es Bananen. Ach ja!
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Sich in Toleranz üben, üben, üben ...
xiii, 21:47h
Ja, ja, in wenigen Stunden ist Weihnachten. Na super – wieder dieses Gebimmel und Gebammel, die roten Typen mit ihren albernen Kunstbärten, dieser süßliche Duft in den Kaufhäusern, der ganze Glitter-Nepp und diese Gefühlsduselei. Bald nun ist Weihnachtszeit? Da möchten Sommerfreunde rufen: Schon wieder, tut das Not? Ja, tut es. Zumindest wenn es um andere Menschen geht – denn Geben ist nicht nur seeliger als Nehmen, es bringt auch Zufriedenheit. Die Aktion Weihnachten im Schuhkarton hat dieses Potenzial. Etwas geben, dass nicht sehr schmerzt, aber den Beschenkten Freude bereitet. Das würden sogar die übelsten Marktstrategen gutheißen: Wenig Kosten, großer Nutzen. Also los!
Also da! Das lässt sich nun von den Pontons sagen, die im Bärwalder See liegen. 68 Klötzer, wie aus dem Lego-Katalog. Schiffe sollen da anlegen – na endlich geht es voran. Dass der Schwarzhalstaucher nicht ab-, sondern bei unserem Lieblingssee aufgetaucht ist, sollte niemanden beunruhigen: Der mag seichtes Gewässer. Füllt sich der Bäri-See, landet das Vögelchen vielleicht bald in einem anderen, flacheren Tagebaurestsee. Wir haben ja genug davon, Verzeihung dafür.
Unverzeihlich ist indes die Rede von: Geld ist nicht alles, man muss sich persönlich einbringen, jeder ist gefragt oder ganz provozierend: Was tust du? Da gibt es also für eine Idee des Kreises, Aktivitäten und Einrichtungen besser gegen Rechts zu koordinieren, kein Extra-Geld aus Dresden. Haben die sich im Superballungszentrum, im sächsischen Leuchtturm, im Nabel der Christstollenwelt oder im Landtag mal gefragt, was die Braunhemdchen so tun, wenn sie nicht in der Landeshauptstadt sind? Ja, genau, die erholen sich auf dem Lande. Und Land ist ja vor allem hier.
Also da! Das lässt sich nun von den Pontons sagen, die im Bärwalder See liegen. 68 Klötzer, wie aus dem Lego-Katalog. Schiffe sollen da anlegen – na endlich geht es voran. Dass der Schwarzhalstaucher nicht ab-, sondern bei unserem Lieblingssee aufgetaucht ist, sollte niemanden beunruhigen: Der mag seichtes Gewässer. Füllt sich der Bäri-See, landet das Vögelchen vielleicht bald in einem anderen, flacheren Tagebaurestsee. Wir haben ja genug davon, Verzeihung dafür.
Unverzeihlich ist indes die Rede von: Geld ist nicht alles, man muss sich persönlich einbringen, jeder ist gefragt oder ganz provozierend: Was tust du? Da gibt es also für eine Idee des Kreises, Aktivitäten und Einrichtungen besser gegen Rechts zu koordinieren, kein Extra-Geld aus Dresden. Haben die sich im Superballungszentrum, im sächsischen Leuchtturm, im Nabel der Christstollenwelt oder im Landtag mal gefragt, was die Braunhemdchen so tun, wenn sie nicht in der Landeshauptstadt sind? Ja, genau, die erholen sich auf dem Lande. Und Land ist ja vor allem hier.
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