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Samstag, 15. März 2008
Wir denken an uns ...
xiii, 18:46h
Mit inoffizieller Anteilnahme haben wir die Empörung unseres Wirtschaftsgurus registriert, weil die Mantra-Menschen in Dresden zwar dicke im rumbosseln sind, aber nicht an die Region denken. Da lassen die den Chef raushängen bei der Organisation der Woche der offenen Unternehmen – aber wollen, dass unsere Leute hier alles dafür erledigen. Dabei haben wir doch eine eigene Woche organisiert. Und das Argument, die jungen Menschen aus Dresden wollen bei einem Lausitzer in die Lehre gehen – hey, ihr habt doch Infrastruktur, Schnellrestaurants, Unis, Leuchttürme und so nen Zeug. Wir sind doch nicht mit dem Klammerbeutel gepudert. 500 Dresdner Dreherfirmen öffnen ihre Tore für einen Rundgang – und die Jugend steigt in die Bahn, um sich die Dreherbude in der Lausitz reinzuziehen? Unwahrscheinlich. Ne, es muss was vor Ort organisiert werden, regional, lokal, fast schon sublokal. Und das erledigen unsere Leute auch. Es gibt ja ne Woche an der Dreherbank oder in der Geldbank. Aber eben ein bissl später. Ist besser für unseren Nachwuchs, der so gleich doppelt gucken geht. Erst fahren künftige Azubis nach Dresden. Und können das einen Monat später mit ihrer Heimat vergleichen. Im April ist dann auch die Luft hier wieder besser.
Überhaupt die Jugend. Der haben wir von Amts wegen 1,6 Mille harter Euronen gegeben. Dank des Jugendhilfeausschusses gibt es also auch 2008 gute Unterhaltung für den Nachwuchs. So werden noch ganz patente Erdenbewohnern aus denen. Vielleicht ist sogar ein Wirtschaftsförderer darunter. Wenig förderlich ist das Umkippen des ganzen Windparkkrams gewesen. Üble Sache. Da stellt sich die Frage, ob die olle Sturmtieftante Kirsten vielleicht noch ne kleine Schwester hatte. Erst wird die Oberlausitz von dem Supervernichtungsorkan nur umweht, gestreift, angerempelt. Und dann kommt so nen kleiner Balg hinterher. Mistwetter!
Überhaupt die Jugend. Der haben wir von Amts wegen 1,6 Mille harter Euronen gegeben. Dank des Jugendhilfeausschusses gibt es also auch 2008 gute Unterhaltung für den Nachwuchs. So werden noch ganz patente Erdenbewohnern aus denen. Vielleicht ist sogar ein Wirtschaftsförderer darunter. Wenig förderlich ist das Umkippen des ganzen Windparkkrams gewesen. Üble Sache. Da stellt sich die Frage, ob die olle Sturmtieftante Kirsten vielleicht noch ne kleine Schwester hatte. Erst wird die Oberlausitz von dem Supervernichtungsorkan nur umweht, gestreift, angerempelt. Und dann kommt so nen kleiner Balg hinterher. Mistwetter!
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Brutalstmögliche Gehirnaktivität ...
xiii, 18:46h
Wir sind sehr niedergeschlagen. Nicht im wörtlichen Sinne, eher so gefühlsmäßig. Was uns betrüblich stimmt, ist diese Streikkultur. Ja richtig, nicht Streit, sondern Streik. An sich ist der ja aber so was von voll berechtigt – und auch die aktive Mittagspause auf dem Landratsamtsparkplatz erfreut den demokratischen Geist. Aber was das kostet! Die aufgeregten Streikenden verbrauchen mehr Energie, reden sich heißer und essen zu wenig. Das ist schlecht für die Gesundheit – und um unser Gesundheitssystem machen wir uns doch schon länger Sorgen. Hinzu kommen die Kosten im Falle einer Tariferhöhung. 1,2 Millionen Euro mehr Personalkosten sind bei uns möglich. Wir überlegen natürlich, was mit dem Geld möglich wäre. Bei einer Co.-Finanzierung durch die EU-, RP-, BU- oder XY-Töpfe könnte man aus dieser Summe locker acht Millionen machen. Leider bliebe das Geld nicht bei den Angestellten kleben. Aber vielleicht könnten die ihre Lohnforderung als Spende der Region zur Verfügung stellen. Das Chefamt hier stellt eine Quittung aus, die Finanzämter erkennen das unkompliziert an, der Steuerausgleich bringt einige Euro zu den Angestellten – und wir leben hier in Saus und Braus. Blöd nur, dass es ja eine Mehrbelastung ist und wir das Geld ja gar nicht in der Kasse haben, es ist ja alles schon verplant. Woher nun nehmen? Die Welt ist ungerecht. Und dazu das Wetter.
Sonnenschein ist hingegen für die Lausitzer Jugend bestellt. Wir haben den Berufswahlpass. Olé. Gut, den haben auch andere, aber wir wissen seit dieser Woche, wie der funktioniert. Also so ziemlich. Ist halt ’ne Betriebsanleitung für die Karriereleiter. Die Unternehmer schicken zudem die Schüler bald in den Polytechnischen Unterricht zurück. Irgendeiner hat den ja im Zuge von eingerissenen Mauern und gestürzten Idolen, die mit „H“ anfangen und mit „onecker“ enden, abgeschafft. Das ist Geschichte, jetzt wird die Jugend wieder zur Kartoffelernte herangezogen – wenn sie denn Landwirt werden will. Und dank der doppelt organisierten Aktivitäten in Sachen offene Unternehmen werden wir bald eine Facharbeiterschwemme in der Region haben. Würde es endlich Frühling und die Fortpflanzungshormone aktiv, wäre auch die Demografie ruck, zuck wieder im Lot. Am 20. März ist Frühlingsanfang.
Sonnenschein ist hingegen für die Lausitzer Jugend bestellt. Wir haben den Berufswahlpass. Olé. Gut, den haben auch andere, aber wir wissen seit dieser Woche, wie der funktioniert. Also so ziemlich. Ist halt ’ne Betriebsanleitung für die Karriereleiter. Die Unternehmer schicken zudem die Schüler bald in den Polytechnischen Unterricht zurück. Irgendeiner hat den ja im Zuge von eingerissenen Mauern und gestürzten Idolen, die mit „H“ anfangen und mit „onecker“ enden, abgeschafft. Das ist Geschichte, jetzt wird die Jugend wieder zur Kartoffelernte herangezogen – wenn sie denn Landwirt werden will. Und dank der doppelt organisierten Aktivitäten in Sachen offene Unternehmen werden wir bald eine Facharbeiterschwemme in der Region haben. Würde es endlich Frühling und die Fortpflanzungshormone aktiv, wäre auch die Demografie ruck, zuck wieder im Lot. Am 20. März ist Frühlingsanfang.
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Es gibt keine Steigerung mehr ...
xiii, 18:44h
Die klugen, runzeligen Alten haben die strebsame, eingecremte Jugend immer ermahnt: Seid bescheiden, lobt euch nicht selbst, es kommen auch wieder schlechte Zeiten. Aber da unsere Lieblingsfreunde aus den Hochglanzratgeberbüchern zurzeit einen gegensätzlichen Trend vorgeben, versuchen wir es heute mal so rum. Die wollen, dass die Erfolge gefeiert und betrommelt werden. Das sei so was von wichtig für das eigene Karma, dass jeder nicht in die Welt posaunte Erfolg mindestens ebenso schlimm ist, wie in sich hineingefressener Ärger. Also los.
Hey Leute, die Frau Merkel war bei uns. Ja, das ist die Chefin. Gut, der Köhler Horst war auch schon da. Und der Schröder Gerhard auch. Aber mit dem Besuch der Kanzlerin in der Zivischule Schleife öffnet sich eine neue Dimension für uns: Jetzt gibt es bald nur noch Blumen und Frieden. Gut, etwas kriegerischer könnte es noch einige Jahre sein, weil die Frau Bundeskanzlerin selbst zur Waffe greifen würde, wenn sie die ober-ober-ober-theoretische Wahl zwischen Zividienst oder Uniform hätte. Aber hey, das Ziel ist klar: Weltfrieden. Und in den Geschichtsbüchern wird stehen: Anno 2008 sagte die Bundeskanzlerin im lausitzischen Schleife, dass Zivildienst echt nicht übel ist. Na ja, oder so ähnlich.
Auch in die Geschichte eingehen wird das Parkseminar in Rothenburg. Wer das nicht verfolgt hat, denkt vielleicht, da haben einige Alternative in Juchtenmänteln und mit dreckigen Fingernägeln auf ’ner Parkbank gesessen und seminariert. Nix da, da wurde angepackt. Die Erfolgsmeldung: 40 Bäume weniger. Weil so ein Naturpark einfach unbelehrbar ist und wächst, wie er will, musste halt mal ’ne Lehrstunde mit der Säge anberaumt werden. Das ist mal ein echter Erfolg. Jetzt gibt es wieder freie Sicht für freie Bürger im Stadtpark. Super.
Und dann der Findlingspark. Der hat bald einen Waldsee. So heißt er jedenfalls. Denn zumindest in der Saison 2007 war da noch kein Wald. Aber es ist wie so oft: Auf die Sichtweise und den Standpunkt kommt es an. Wer sich nämlich vorsichtig zwischen die Kakteen, Heidekräuter und Jungbäume legt, kann mit etwas Fantasie den Wald spüren, der da in 100 Jahren steht. Es geht uns also besser als je zuvor. Bescheiden müssen wir Lausitzer nicht sein – wir sind ganz weit oben. Und die Aussicht ist herrlich.
Hey Leute, die Frau Merkel war bei uns. Ja, das ist die Chefin. Gut, der Köhler Horst war auch schon da. Und der Schröder Gerhard auch. Aber mit dem Besuch der Kanzlerin in der Zivischule Schleife öffnet sich eine neue Dimension für uns: Jetzt gibt es bald nur noch Blumen und Frieden. Gut, etwas kriegerischer könnte es noch einige Jahre sein, weil die Frau Bundeskanzlerin selbst zur Waffe greifen würde, wenn sie die ober-ober-ober-theoretische Wahl zwischen Zividienst oder Uniform hätte. Aber hey, das Ziel ist klar: Weltfrieden. Und in den Geschichtsbüchern wird stehen: Anno 2008 sagte die Bundeskanzlerin im lausitzischen Schleife, dass Zivildienst echt nicht übel ist. Na ja, oder so ähnlich.
Auch in die Geschichte eingehen wird das Parkseminar in Rothenburg. Wer das nicht verfolgt hat, denkt vielleicht, da haben einige Alternative in Juchtenmänteln und mit dreckigen Fingernägeln auf ’ner Parkbank gesessen und seminariert. Nix da, da wurde angepackt. Die Erfolgsmeldung: 40 Bäume weniger. Weil so ein Naturpark einfach unbelehrbar ist und wächst, wie er will, musste halt mal ’ne Lehrstunde mit der Säge anberaumt werden. Das ist mal ein echter Erfolg. Jetzt gibt es wieder freie Sicht für freie Bürger im Stadtpark. Super.
Und dann der Findlingspark. Der hat bald einen Waldsee. So heißt er jedenfalls. Denn zumindest in der Saison 2007 war da noch kein Wald. Aber es ist wie so oft: Auf die Sichtweise und den Standpunkt kommt es an. Wer sich nämlich vorsichtig zwischen die Kakteen, Heidekräuter und Jungbäume legt, kann mit etwas Fantasie den Wald spüren, der da in 100 Jahren steht. Es geht uns also besser als je zuvor. Bescheiden müssen wir Lausitzer nicht sein – wir sind ganz weit oben. Und die Aussicht ist herrlich.
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Nebenwirkung sind Visionen ...
xiii, 18:43h
Wer fasten kann, hat es gut. Zumindest die ersten und letzten Tage. Denn dann soll sich eine Art Hochgefühl einstellen, ein Glücksrausch, Gedankenblitze, Befreiung von Körper und Geist. Ähnliche Erfahrungen berichten natürlich auch Freunde der deftigen Hausmannskost aus der Grillsaison – die bald wieder ansteht. Egal, am Freitagabend haben die Fastenwanderer ihre Tour in der Region beendet, einen Apfel gegessen und verbringen deshalb das Wochenende mit einem gewissen Völlegefühl, aber eben auch einem guten Gewissen. Grundsätzlich ist das alles supertoll – aber die Zeitungswoche hat uns auch darüber aufgeklärt, dass unsere Wirte gerne mehr Touristen im Lokal hätten. Deshalb soll die Beschilderung vom Frosch-, Wolfs- oder Neißeradweg, von Wanderpfaden und Aussichtspunkten auch Hinweise auf Gaststätten enthalten. Da beißt sich doch was, mag der eine oder andere einwenden. Denn wie reagieren die Wirte, wenn eine Gruppe Wanderer das Lokal betritt, sich setzt, die Toilette benutzt, Schutz vor Regen oder Kälte in der Klause findet – und dann gar nix verzehrt? Einfach nur rumfastet, ein Glas Leitungswasser verlangt und den mitgebrachten Apfel in ein bis zwei Stunden vertilgt? Oh ja, das ist fast so schlimm wie Zeche prellen. Es gibt Klärungsbedarf!
Reden sollten auch die Eltern – vor allem mit ihren Kindern. Denn die nehmen Drogen. Das ist nicht neu? Ha! Doch, denn nicht mehr die Pubertierenden, sondern die Dreikäsehochs fangen schon damit an. Die neuen Konsumenten kaufen sich vom Schul-Milchgeld bewusstseinserweiternde Rauschmittel. Ein neckisches Dudu! hilft da natürlich nicht. Es müssen Ideen, Ziele, Hobbys und Sozialstrukturen für die Kleinen gefunden werden. Vor drei Generationen haben Radfahren, Fußball, Budenbauen, Stromern, Klingelputze und Hasche geholfen. Jetzt stellt sich die Frage: Mit welchem Alter kann das Fastenwandern begonnen werden?
Reden sollten auch die Eltern – vor allem mit ihren Kindern. Denn die nehmen Drogen. Das ist nicht neu? Ha! Doch, denn nicht mehr die Pubertierenden, sondern die Dreikäsehochs fangen schon damit an. Die neuen Konsumenten kaufen sich vom Schul-Milchgeld bewusstseinserweiternde Rauschmittel. Ein neckisches Dudu! hilft da natürlich nicht. Es müssen Ideen, Ziele, Hobbys und Sozialstrukturen für die Kleinen gefunden werden. Vor drei Generationen haben Radfahren, Fußball, Budenbauen, Stromern, Klingelputze und Hasche geholfen. Jetzt stellt sich die Frage: Mit welchem Alter kann das Fastenwandern begonnen werden?
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