Dienstag, 29. April 2008
Verlixte Sieben auf einen Streich ...
Leider können wir nur mit aufwändigen Kulissen das Märchen von den sieben Zwergen hinter den sieben Bergen nachspielen – weil wir ja die Brüder der Flachlandtiroler sind. Nur eben ohne Tirol. Deshalb begrüßen wir mit einem Tschingdarassabum die sieben Landratskandidaten, die gar nicht klein sind, aber mindestens sieben Problemberge zu besteigen haben.
Da wäre die Arbeitslosigkeit oder zumindest der damit einhergehende Geldmangel. Auch das Wetter ist unzuverlässig. Gesundheitlich wollen wir alle besser dastehen, weil wir dann die Krankenkassenbeiträge einsparen könnten. Geliebt werden wollen wir natürlich auch – was zwar kein viertes Problem, aber immer ein guter Wunsch ist. Fünf und Sechs möchten wir mit Ernährung zusammenfassen, weil gute zu viel kostet und billige zu gut schmeckt. Das letzte Problem ist die Politik. Zumindest daran dürften – Wahlprogramm hin oder her – die Landratskandidaten parteiübergreifend scheitern.
Es bleibt also bei sieben Weltwundern, sieben Erzengeln, sieben Tagen einer Woche und sieben ganz-dolle-bösen Sünden, die aber auch Spaß machen. Spaß haben wir sicher auch mit unseren sieben Kandidaten, wenn wir sie Aug’ in Aug’ in den nächsten Wochen auf Plätzen, von Balkonen und vor Holzkohlegrills sehen. Es gibt ja auch sieben Himmelskörper mit bloßem Auge zu sehen, erinnern wir uns an den Astronomieunterricht, der vielleicht absichtlich in Vergessenheit geriet. Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn sind das. Egal – aber das sollte uns zu denken geben. Passiert mit dieser Siebenhäufung was Tolles?
Toll finden wir unsere Polizeier. Die haben ne Statistik, wonach es im Vergleich zu 2003 im vergangenen Jahr gut 1 000 weniger Kfz-Straftaten in der Region gegeben hat. Bevor wir kirschkernweitspuckend, auf dem Boden wälzend, in sprudelnde Dankesreden ausbrechen, soll angemerkt werden: Es geht uns auch immer schlechter und wir haben hier einfach nicht mehr so viele Autos. Dass wir nicht weniger kriminell sind, zeigt die Statistik nämlich auch: 2003 hat es 1123 Straftaten gegeben – und 2007 auch. Und was ist die Quersumme dieser Zahl? Na klar: Sieben.

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Immer schön fies bleiben ...
Was jetzt kommt, ist gar nicht nett. Entschuldigung. Ehrlich! Aber ihr habt was verpasst. Ganz oben auf dem Q-Block von den Wasserfaller-Leuten, da ist es schön. Aber nur die Journaille und so ein paar „Vips“ – wie kürzlich unsere „sehr wichtige Person“, der Umwelt-Superstaatsminister-Professor Dingsda, durften an diesem schönen Vorfrühlingstag da mit hoch. Das ist gemein gegenüber dem gemeinen Volk. Und um dem Ärger-Affen weiter Zucker zu geben: die Vatties haben eine Kamera da oben, die sich die Welt in aller Ruhe surrend anschaut - auch euch. Es gibt laminierte Karten, wie sonst auf sichtbehindernden Felsvorsprüngen in der Touri-Sachsen-Schweiz. Und ’ne Heizung gibt's – für Außen! Gut, das ist irgendwelche Abwärme vom Kraftwerk, aber es heizt. Und der Blick – Wahnsinn. Mit 100 Prozent Sehkraft wäre sicher der Berliner Fernsehturm zu sehen. Aber unten lodert eben die Hölle-Q und verdammt viel Elektrizität. Jedenfalls haben die Vattenfaller begonnen, den Aussichtsturm an Weißwassers Rand aufzustellen. Das ist ja so süß, dass man die Konzernies gern haben will. Ähnliche Gefühle hegen wir auch für unseren Landkreis. Zwar ist da noch dieses Stechen im Hinterkopf, weil doch der Schlesische Anteil mit der Kreisgebietsreform aus dem Namen plumpst, aber es tut gut, ordentlich Tschüssi zu sagen. Und wir haben in der Serie, Teil I, mit Begeisterung registriert, dass ein Teil des Berzdorfer Sees uns gehört. Naja, noch. Die Abschiedsserie wird uns weiter die Augen für Besonderheiten öffnen – die dann aber auch alle aus NOL-Sicht futsch sind. Das ist fies. Noch fieser ist das Förderprogramm, welches unsere Azubis und Azubinen ins Ausland schickt. Ist nett gemeint, aber was, wenn die nicht zurückkommen? Und was, wenn die sich dort vermehren? Nüscht gegen Weiterbildung, aber wenn unsere Hoffnungsträger rausfinden, dass in anderen Ländern frei zugängliche Berge als Aussichtspunkt fungieren, machen die nicht mal mehr Urlaub hier. Wir brauchen mehr Aussichtstürme!

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Stellen Sie sich bitte freiwillig ...
Es gibt ja einige Redewendungen, Idiome oder Begriffe, die nur geflüstert und lieber nicht geschrieben werden. Fangen wir mal an: „Halbgötter in Weiß“. Schick, nich wahr? Aber die hier angesprochenen Ärzte finden das gar nicht lustig, weil sie eine grundsätzliche Unterscheidung zwischen Wissenschaft und Hokuspokus treffen. Aber die Beschwerden dürften sich in Grenzen halten, weil es ja in der Region zu wenige Ärzte gibt. Dadurch haben die verbleibenden Weißkittel (nicht mit den Schwarzkitteln zu verwechseln) natürlich so viel zu tun, dass es ungesund wird. Da werden wohl auch die Rothenburger Werbeversuche, die Orosz-Ösis-Initiative und Anbändelungen mit polnischen Ärzten nicht das „Gelbe vom Ei“ sein. Da wir uns gerade im Idiom-Karussell befinden: Der Wasserstand bei Schleife und Trebendorf steigt. Mooooment, die Zeitungsfuzzis (auch so ein Begriff, den mancher Zunftskollege gar nicht verknusen kann) schreiben doch immer, der Grundwasserspiegel sinkt, ob der geringfügigen Aushubarbeiten, um Kohleflöz zu Briketts oder Strom verarbeiten zu können? Ja, iss auch so, aber eben nicht dort, haben wir haareraufend erfahren. Deshalb ist jetzt eine Truppe Erbsenzähler (hier sinnbildlich für Messingenieure) dahin geschickt worden, damit die mal ganz genau gucken, ob der Anstieg echt ist oder vielleicht nur die Kohle von unten das Wasser hochdrückt. Einen Schlenker haben wir noch zum Wochenthema Polizei. Die hat ja auf unserem TÜPi (nicht mit dem indianischen Tipi zu verwechseln, obwohl die Armeeer auch ab und an draußen im Zelt pennen) und in der Polizeifachhochschule Rothenburg (die Studenten dort gehen übrigens Freitag ab 13 Uhr nach Hause) also sowas von Offenheit bewiesen, dass der Kolumnenschreiber fast nicht in der Lage ist, folgende Zuschreibungen in die ewigen Weiten der Druckerei zu schicken. Was soll’s: „Auge des Gesetzes“, „Freund und Helfer“, „Schupo“, „Polente“. Zu harmlos? Gut, gut: „Senfhosen“, „Bewegungsmelder“ „Streifenhörnchen“ „Schildkröten“. So, liebe Polizeier. Wer schreibt, muss mit den Konsequenzen leben – meine Autonummer: NOL-OO 30. Viel Spaß!

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Sommer auf dem Hitzfeld ...
Zwei Tage über zehn Grad Celsius – und wir haben gleich den stoffbespannten Liegestuhl auf die zugegebenermaßen noch graugrüne Wiese gestellt, uns hingepflanzt und an die anstehenden Pflanzarbeiten gedacht. Diesmal sind wir garantiert die ersten Sonnenanbeter – denn während die ozonstrahlenverwöhnten Pfälzer im Westen diesmal mit frischen Winden aus Frankreich zu kämpfen haben, sind wir voller Frühlingsgefühle. Natürlich nur, bis uns ein Hagelkorn, vom Ausmaß einer Walnuss (Letztere erinnert uns an den Baum des Jahres) auf unserem Lausitzer Dickschädel (in der Sparausgabe) zerschlägt. Das ist ganz klar ein Zeichen: Und das signalisiert uns in gedanklichem Quietschorange, dass wir aufpassen müssen. Und zwar auf uns und unser Wild. Das hat es nämlich gar nicht leicht. Erst haben wir die ganzen Isegrims aufgepäppelt, bis sie alleine jagen konnten – was uns die Jägersleute, hallali-horrido, echt übel genommen haben. Dann müssen wir erfahren, dass wir Oberlausitzer die beste Quote haben, wenn es darum geht, mit nicht jagdrechtlich registrierten Waffen Wild zu erlegen. Der Großteil von uns erledigt das mit dem selbst geleasten Pkw. Da jede Statistik lügt, haben wir in diese Beschuldigungen eingeworfen, dass der Bundesvergleich in dieser Sache für uns NOLer deshalb so mies ausfällt, weil wir eben mehr Wild haben als die anderen. Aber das wollen unsere Jäger wiederum nicht gelten lassen. Jedenfalls sitzen wir zwischen Stamm und Borke (schon wieder Walnuss) oder allen Stühlen, und schauen blöde aus dem Fenster (erwähnten wir, dass nach dem Stühlerücken bei Nickelfenster die guten Stücke nun auch in den Emiraten beliebt sind – schön, schön). Und dann erfahren wir auch noch, dass der Bärwalder See in eine Kontrolle gekommen ist. Ja er ist bald voll – also fast Oberkante Unterlippe. Und alle sind stolz auf diesen süßen, kleinen schnuckeligen See. Weil wir ja dann dort ein Schwimmchen in diesem Jahr angehen können. Und im nächsten Winter können die Füchse darauf trainieren. Die haben nämlich verloren. Wie ist das eigentlich mit den Eiszeiten in der Halle? Sind da nun die Vorrechte weg. Das wird ein hitziger Sommer.

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