Samstag, 15. März 2008
Nebenwirkung sind Visionen ...
Wer fasten kann, hat es gut. Zumindest die ersten und letzten Tage. Denn dann soll sich eine Art Hochgefühl einstellen, ein Glücksrausch, Gedankenblitze, Befreiung von Körper und Geist. Ähnliche Erfahrungen berichten natürlich auch Freunde der deftigen Hausmannskost aus der Grillsaison – die bald wieder ansteht. Egal, am Freitagabend haben die Fastenwanderer ihre Tour in der Region beendet, einen Apfel gegessen und verbringen deshalb das Wochenende mit einem gewissen Völlegefühl, aber eben auch einem guten Gewissen. Grundsätzlich ist das alles supertoll – aber die Zeitungswoche hat uns auch darüber aufgeklärt, dass unsere Wirte gerne mehr Touristen im Lokal hätten. Deshalb soll die Beschilderung vom Frosch-, Wolfs- oder Neißeradweg, von Wanderpfaden und Aussichtspunkten auch Hinweise auf Gaststätten enthalten. Da beißt sich doch was, mag der eine oder andere einwenden. Denn wie reagieren die Wirte, wenn eine Gruppe Wanderer das Lokal betritt, sich setzt, die Toilette benutzt, Schutz vor Regen oder Kälte in der Klause findet – und dann gar nix verzehrt? Einfach nur rumfastet, ein Glas Leitungswasser verlangt und den mitgebrachten Apfel in ein bis zwei Stunden vertilgt? Oh ja, das ist fast so schlimm wie Zeche prellen. Es gibt Klärungsbedarf!
Reden sollten auch die Eltern – vor allem mit ihren Kindern. Denn die nehmen Drogen. Das ist nicht neu? Ha! Doch, denn nicht mehr die Pubertierenden, sondern die Dreikäsehochs fangen schon damit an. Die neuen Konsumenten kaufen sich vom Schul-Milchgeld bewusstseinserweiternde Rauschmittel. Ein neckisches Dudu! hilft da natürlich nicht. Es müssen Ideen, Ziele, Hobbys und Sozialstrukturen für die Kleinen gefunden werden. Vor drei Generationen haben Radfahren, Fußball, Budenbauen, Stromern, Klingelputze und Hasche geholfen. Jetzt stellt sich die Frage: Mit welchem Alter kann das Fastenwandern begonnen werden?

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