Samstag, 15. März 2008
Brutalstmögliche Gehirnaktivität ...
Wir sind sehr niedergeschlagen. Nicht im wörtlichen Sinne, eher so gefühlsmäßig. Was uns betrüblich stimmt, ist diese Streikkultur. Ja richtig, nicht Streit, sondern Streik. An sich ist der ja aber so was von voll berechtigt – und auch die aktive Mittagspause auf dem Landratsamtsparkplatz erfreut den demokratischen Geist. Aber was das kostet! Die aufgeregten Streikenden verbrauchen mehr Energie, reden sich heißer und essen zu wenig. Das ist schlecht für die Gesundheit – und um unser Gesundheitssystem machen wir uns doch schon länger Sorgen. Hinzu kommen die Kosten im Falle einer Tariferhöhung. 1,2 Millionen Euro mehr Personalkosten sind bei uns möglich. Wir überlegen natürlich, was mit dem Geld möglich wäre. Bei einer Co.-Finanzierung durch die EU-, RP-, BU- oder XY-Töpfe könnte man aus dieser Summe locker acht Millionen machen. Leider bliebe das Geld nicht bei den Angestellten kleben. Aber vielleicht könnten die ihre Lohnforderung als Spende der Region zur Verfügung stellen. Das Chefamt hier stellt eine Quittung aus, die Finanzämter erkennen das unkompliziert an, der Steuerausgleich bringt einige Euro zu den Angestellten – und wir leben hier in Saus und Braus. Blöd nur, dass es ja eine Mehrbelastung ist und wir das Geld ja gar nicht in der Kasse haben, es ist ja alles schon verplant. Woher nun nehmen? Die Welt ist ungerecht. Und dazu das Wetter.
Sonnenschein ist hingegen für die Lausitzer Jugend bestellt. Wir haben den Berufswahlpass. Olé. Gut, den haben auch andere, aber wir wissen seit dieser Woche, wie der funktioniert. Also so ziemlich. Ist halt ’ne Betriebsanleitung für die Karriereleiter. Die Unternehmer schicken zudem die Schüler bald in den Polytechnischen Unterricht zurück. Irgendeiner hat den ja im Zuge von eingerissenen Mauern und gestürzten Idolen, die mit „H“ anfangen und mit „onecker“ enden, abgeschafft. Das ist Geschichte, jetzt wird die Jugend wieder zur Kartoffelernte herangezogen – wenn sie denn Landwirt werden will. Und dank der doppelt organisierten Aktivitäten in Sachen offene Unternehmen werden wir bald eine Facharbeiterschwemme in der Region haben. Würde es endlich Frühling und die Fortpflanzungshormone aktiv, wäre auch die Demografie ruck, zuck wieder im Lot. Am 20. März ist Frühlingsanfang.

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