Dienstag, 1. April 2008
Au-Wacke und die Steine ...
xiii, 00:03h
Wir wollten uns nicht beschweren, ehrlich nicht. Und schon gar nicht bei Petrus. Doch geschlossen, einig, breitbrüstig müssen wir nun kundtun: Hey, was in aller Welt soll das? So ein unglaublich bescheidenes Zeitgefühl gibt es doch nicht. 365 Tage stehen für vier Jahreszeiten zur Verfügung. An etwa 20 Tagen ist etwas nettes Wetter wichtig. Zum Beispiel beim Saisonauftakt der Kleinbahnen in der Region. Und was sehen wir vom regenbetropften Redaktionsstübchenfenster aus? Ein drei Grad Celsius anzeigendes Außenthermometer, Baumkronen, die sich im Wind schütteln. Klar, Petrus, du bist der Torwächter und nicht alleine für das Wetter zuständig. Aber hättest du nicht mal was sagen können, als irgendjemand die Schleusen geöffnet und den Vorfrühling in die falsche Richtung geschickt hat? Wäre da nicht Lokalpatriotismus für die Stimmung gut gewesen?
Ach ja patriotisch, so hat die vergangene Woche aufgehört. Deshalb wollte diese Woche jeder mal was dazu sagen. Dabei sind die Fakten schnell erzählt: 150 Mal Hoffnungslosigkeit in Horka. 150 von denen, die trotz kurzgeschnittener Haare ohne Erkältung durchs Leben kommen wollen. 150 Mal Schnürstiefel, falls ein altes Mütterchen über einen schlammigen Weg getragen werden muss. 150 Mal Erwartungen an ganz revoluzzermäßig böse Musi zwischen tümelnder Schalmei und elektronischem Zupfkörper. Und dann kommt die Polizei – und nischd ist. Keine Musi, kein böse tun, kein Gemeinschaftsgefühl. Aber das Wetter war gut.
Das dachten sich zu Wochenanfang auch die Kleingärtner, radelten in ihre Sparte, schlossen ihr Büdchen auf – und dann schreibt die SZ: hey, Vorsicht mit Gartenarbeit. Es wird kalt. Und nun haben wir also den Salat aus dem Supermarkt, weil es für den eigenen Gemüsegarten zu kalt ist. Also besser nicht umgraben – und schon gar nicht buddeln. Das gilt insbesondere für den Raum Gebelzig. Dort soll geheimnisvolle Grauwacke liegen. Was wie ein Standort für Atommeiler klingt, ist aber nur schnödes Gestein. Und das wollen die Menschen dort in der Erde lassen. Sogar die Herren aus Politik und Zeitgeschehen mischen sich ein. Sollte hier vielleicht gelingen, was mit der zerklüfteten Tagebaulandschaft am anderen Ende des Landkreises nicht gelungen ist? Es bleibt spannend – mit oder ohne Wetter.
Ach ja patriotisch, so hat die vergangene Woche aufgehört. Deshalb wollte diese Woche jeder mal was dazu sagen. Dabei sind die Fakten schnell erzählt: 150 Mal Hoffnungslosigkeit in Horka. 150 von denen, die trotz kurzgeschnittener Haare ohne Erkältung durchs Leben kommen wollen. 150 Mal Schnürstiefel, falls ein altes Mütterchen über einen schlammigen Weg getragen werden muss. 150 Mal Erwartungen an ganz revoluzzermäßig böse Musi zwischen tümelnder Schalmei und elektronischem Zupfkörper. Und dann kommt die Polizei – und nischd ist. Keine Musi, kein böse tun, kein Gemeinschaftsgefühl. Aber das Wetter war gut.
Das dachten sich zu Wochenanfang auch die Kleingärtner, radelten in ihre Sparte, schlossen ihr Büdchen auf – und dann schreibt die SZ: hey, Vorsicht mit Gartenarbeit. Es wird kalt. Und nun haben wir also den Salat aus dem Supermarkt, weil es für den eigenen Gemüsegarten zu kalt ist. Also besser nicht umgraben – und schon gar nicht buddeln. Das gilt insbesondere für den Raum Gebelzig. Dort soll geheimnisvolle Grauwacke liegen. Was wie ein Standort für Atommeiler klingt, ist aber nur schnödes Gestein. Und das wollen die Menschen dort in der Erde lassen. Sogar die Herren aus Politik und Zeitgeschehen mischen sich ein. Sollte hier vielleicht gelingen, was mit der zerklüfteten Tagebaulandschaft am anderen Ende des Landkreises nicht gelungen ist? Es bleibt spannend – mit oder ohne Wetter.
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