Dienstag, 1. April 2008
Die Zeitschiene ...
Der Oberlausitzer steht ja kurz nach den Gockeln auf – nur am Wochenende kann das „kurz“ dann einige Stunden dauern. Und weil wir zudem gesetzesfürchtig sind, liegt unter jedem Kopfkissen neben einem „Religionsratgeber“, einer „Anleitung im Falle eines Vulkanausbruchs“, den „Offenbarungen eines Ossis“ und den handschriftlichen „Mehlsupperezepten von Omi“ auch die Bundesverordnung zur Zeitumstellung vom 12.07.2001. Dort ist in unverrückbare Juristenformeln gepresst, was sich ein paar lustige Öko-Turnschuh-Bart-Träger um 1973 zur Ölkrise ausgedacht haben: In den Iden des März wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt. Da kommen wir also vom Suppeausschenken in der Wohlfahrt, Joggen und Bahnschwellensägen vor dem Frühstück zurück – und es ist schon sechs Uhr morgens. Eine Stunde weg, und nur wegen der Ölkrise. Wie wäre es mit weniger fahren und mehr schlafen? Oder weniger Gesetze und mehr Gestehe? Naja.
Stramm gestanden haben wir jedenfalls, als uns die Muskauerianer erzählt haben, dass die nicht nur Pückler-, Unesco-Welterbepark, Heilmittel, Kurort, Kleinod und Neißestadt sein wollen, sondern auch Geopark. Klingt wie ne Schulstunde, ist aber ganz dolle wichtig. Je mehr Titel, desto mehr Gäste. Mehr Gäste, sind mehr Kohle. Mehr Kohle ist mehr Energie – womit wir wieder bei der verflixten Zeitumstellung sind. Angenommen wir richten uns danach – vielleicht, weil der Arbeitgeber sonst das Licht wegen permanenten Sommerzuspätkommens ausknipst – aber wie ist diese wohlfeile Ökoidee eigentlich mit unserem innerlichen Minister zu vereinbaren? Der will uns ja dauerhaft heimleuchten, also die ganze Nacht, mit allen Birnen an den Laternen, die wir haben. Und selbst wenn wir dafür Ökostrom nehmen – das bringt uns nicht in den grünen Bereich. Egal. Gute Nacht!

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