Samstag, 17. Mai 2008
Zaubersee und Herren-Po ...
Gaaaanz dolle heimlich haben wir die rechte große Zehe in den Bärwalder See getaucht. Dann die linke, um in den Zeiten des Wahlkampfes, der Maikundgebungen und der Veranstaltungen für Menschen, die Rechtsausleger sind, einen Ausgleich der Extreme zu schaffen. Ein erhebendes Gefühl – weil es verboten ist.
Noch gilt das Bergbaurecht am Bäri – und die Schilder untersagen uns an vielen Stellen auch nur daran zu denken, unseren Lieblingssee badend in Besitz zu nehmen. Aber da niemand zu sehen war, der uns einen Platzverweis aussprechen konnte, haben wir halt mal den Renegaten, den jungen-alten Wilden, den wagemutigen Freibeuter in uns rausgelassen. Aber eigentlich sind wir wegen einer neuen Internetpräsenz vorbeigekommen, die gar Wunderliches erzählt: „Auch für andere Freizeitaktivitäten – zum Beispiel Inlineskaten, Wandern und Radeln – bietet der nach seiner vollständigen Flutung größte See Sachsens vielfältige Möglichkeiten.“ Grandios. Fantastisch. Was für eine Attraktion. Dschieses rufen in solchen Fällen die englischsprachigen Mystiker. Und wir wollten deshalb die tollen Leute sehen, die auf nem See wandern, mit acht Rollen drüberflitzen oder sogar Rad fahren. Das ist wie Himmelfahrt und Weihnachten an einem Tag. Dschieses halt. Aber nix. Kein Radler auf dem See, nur am Rand lang haben einige Sportfreunde in die Pedalen getreten. Da sind wir auch wieder gefahren, vielleicht zeigen sich die Künstler nicht jedem.
Es gab ja auch andere magische Momente in dieser Woche: Und die Regionalies, also wir alle, haben dafür wieder martialisch das wehrhafte Völkchen raushängen lassen. Den übelsten Inquisitatoren gleich, haben wir den Hexen Feuer unter dem Allerwertesten gemacht. Kurzum, der Sieg war unser, der Winter ist Geschichte. Alles wird gut.
Wie gut alles werden könnte, haben uns die Gewerkschafter erzählt – und wenn man denen nicht zuhört, sondern nur zusieht, überfällt einen folgende Einsicht: Alles gut und schön, aber einem bodenständigen Gewerke gehen die alle nicht nach. Die reden viel. Lass‘ mer se machen. Wir gehn ins Wochenende und zum Supersee. Gucken.
@ www.wsv-baerwalder-see.de

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