Samstag, 16. August 2008
Am Tage-bau-en ...
xiii, 20:31h
Als wir uns kettenrauchend den Kettenbagger im Tagebau ansahen, hatten wir das hochemotionale Bedürfnis, einen Baumarkt unseres Vertrauens aufzusuchen. Dort wollten wir ne Kette (extrem weltraumerprobter Spezialstahl) kaufen und uns am Aussichtsturm der Vattenfaller anketten. Die Trebendorfer sollen sich ja überlegen, wo sie wie hinziehen, wenn die Bagger kommen. Aber wir werden einfach ignoriert. Wir wollen jetzt auch abgebaggert werden. So richtig mit weg und umziehen und alles neu machen. Wir dachten da an ein nicht zu prunkvolles Schlösschen, vielleicht mit einem Teich inklusive jährlicher Gießwasserbegünstigungsfüllung und so einer allerhöchstgräflichen Zufahrt mit Kies. Bislang will Vattenfall bei uns nicht baggern – wir suchen deshalb einen Superexperten, der Kohlevorkommen bei uns diagnostiziert. Die Chance ist natürlich gering, denn wir Lausitzer haben wenig Kohle. Kies, Schotter, Asche, Bares, Bimbes, Heu, Knete, Kröten, Mammon, Mäuse, Moneten, Moos, Penunze, Piepen, Pulver, Taler und Zaster haben wir nur ab und an – naja, vielleicht ist bei Schotter, Asche, Heu, Mäusen und Kröten ne Ausnahme zu machen – aber Geld haben wir nicht. Zwar hat sich das mit der Arbeitslosigkeit entspannt, aber mal ehrlich, die 13,2 Prozent in Niesky und die 17,1 in Weißwasser sind doch nicht wirklich gut. Klar freuen wir uns, dass wir unsere neuen Freunde in Görlitz, die sich ja unseren Kreisbewegungen zum 1. August angeschlossen haben, prozentual grün und blau schlagen – die gurken dort bei 20 rum. Aber so richtig gut finden wir dass nicht. 19 Zigaretten später ist die Schachtel leer. Jetzt könnten wir vor Frust heulen, oder in eine Kneipe gehen. Denn das Rauchverbot scheint ja zu kippen – und Kippen gibt's in Kneipen oder bei Fuhrunternehmern mit Kipperlizenz. Doch die Kneiper wollen uns per se keine Kippe anzünden und mit Fuhrunternehmern ist bei den Spritpreisen auch nicht gut zu sprechen. Dann doch lieber Sprit aus der Kneipe und die Sorgen vergessen. Die wachsen derzeit ins unermessliche, seit Donnerstagnacht uns das Niederschlesien gestrichen wurde. Das ist fies – wir brauchen jetzt ne Kippe!
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