Mittwoch, 15. November 2006
Der Glücksmoment ...
Es erwarten, damit rechnen, es zulassen - damit sind Glücksmomente möglich. Nicht das geplante Herbeiführen-Wollen, nicht das Nutzen eigener (niederer) Instinkte verschafft das Gefühl von Freude und Zufriedenheit. Die Glückserfahrung erwischt einen sozusagen "kalt". Deshalb ist eine grundsätzliche Offenheit i.B. auf diese Erfahrung dringend notwendig. Heute war es der Weg vom Bäcker, zurück auf die Arbeitsstelle. Fünf Minuten (inklusive Einkauf) genügten in diesem Fall. Der Wind roch nicht nach Herbst, eher wie die Erinnerung an den Sommerausklang. Der Geruch des Winters war fern wie nie. Ein sanfter Luftstrom, der das Gesicht streichelt, Sonnenstrahlen, die zwar kraftlos, aber leicht wärmend die Haut liebkosen. Einige Menschen in Sichtweite, die nicht hastig von A nach B streben, sondern im Gespräch vertieft, in Gedanken versunken oder einen selbst neugierig anschauend die Welt zu bereichern scheinen. Das genügt. Ein kurzer Moment nur, aber emotional stark. Gleichwohl ist das Wissen präsent, dass dieser Augenblick jede Sekunde vorbei sein kann. Und vielleicht gerade deshalb wird der Moment so genossen. Der Versuch, dies in Erinnerung zu behalten, diesen Augenblick im Gedächtnis zu bannen, bei Bedarf vielleicht wieder hervorzuholen. So wie jetzt. Die Welt ist schön.

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