Freitag, 27. Juli 2007
Der Bauer steht nicht weit vom Feld!
Wir sind die Wüste! Als eher wüste Landburschen und burschikose Landdamen sind wir Oberlausitzer ja schon oft von Ballungszentren-Bewohnern bezeichnet worden. Aber nun haben wir mit höchstmöglicher Verwunderung feststellen dürfen: Im aller-aller-aller-neuesten sächsischen Agrarbericht steht, dass unsere Bauern es echt schwer haben, ob der sandigen Böden. Und dann wird da wissenschaftlich präzise, mit messerscharfer Logik, ergänzt: Das Wasser, welches der Himmel in Form von Regen spendet, sickert sofort in unendliche Tiefen. Deshalb gebührt unseren Bauern aber so was von Respekt. Na, Gratulation an die Elbestadt-Landespolitiker: Kaum lassen sich mit der Klimawandeldiskussion Punkte sammeln, ist unser Boden ein Thema. Dabei finden wir unsere Wüste gar nicht so übel – solange wir schmatzende Moore, schlingende Sumpfpflanzen und sirrendes Feuchtgebiets-Getier haben, der Bärwalder See nicht aus- und der Wolf nicht auf unserem Truppenübungsplatz antrocknet. Deshalb sind wir Ossi-Ost-Sachsen auch in penetranter Urlaubsstimmung: Es ist ja hier fast wie in Mallorca, nur ohne Ballermann. Nur Jäger und Polizisten haben hier solche Schießeisen.
Egal. Touristen strömen karawanengleich mit ihren Caravans zu uns. Deshalb haben wir jetzt reagiert und ein neues Häuschen mit voller Besetzung ins Biosphärenreservat gestellt. Sogar am Sonntag – wo der Oberlausitzer sich die Sonne auf den Pelz brennen lässt – können die Touris sich jetzt über die Wüste und ihre Feuchtgebiete informieren. Eigentlich ist die ganze Welt in der Oberlausitz. Wozu verreisen? Noch dazu, wo Bad Muskau nun als Kultur-, Erbe-, Heil- und Kurort mit Millionen Euro auf Hochglanz poliert wird. Es ist ein einziges Fest der Investitionen, das da auf uns zurollt. Irgendwann verlangen wir direkt an A 4 und A 13 Eintritt für die komplette Oberlausitz. Dann werden wir unsere Wüste in Gold versilbern lassen. Ihr werdet es schon noch merken!

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