Samstag, 3. November 2007
Legales Picheln auf Arbeit ...
Die Sekt-Keltereien müssen sich an uns Lausitzern in dieser Woche eine goldene Nase verdient haben. Was wir diesmal alles eingeweiht haben, ist beachtlich. Und zu einer zünftigen Weihe gehört das perlende Gesöff nunmal dazu. Hier die Wolfsausstellung, da eine Galerie, ein Abfischen, ein Schlachtfest und da die Bundeswehr. Deren Vertreter haben ja auf unserem „Tüpi“ die Gläser klirren lassen, während lautstark die eine oder andere Kanone im Hintergrund die Siliziumscheiben der neuen Fotovoltaikanlage in Gleichklang mit den Sektgläsern brachte. Ja, das Picheln bei der Arbeit kann auch erwünscht sein.
Weniger prickelnd haben wir gelesen, dass unsere Jugend darüber nachdenkt, die Schule nach hinten zu verlagern – zeitlich. Den Guten ist es zu früh. Die sind da noch müde, weil die Party mal wieder zu lange gedauert hat. Und natürlich findet sich ein amerikanischer Wissenschaftler, der das frühe Aufstehen verteufelt und was von Bio-Rhythmus erzählt. Da schlagen wir vor: Bio als erste Stunde am Morgen. Oder so lange feiern, dass es direkt von der Party in die Schule geht. Das ist aber auf Dauer ebenso wenig zu empfehlen, wie ein Gläschen Sekt mit einem Energiegetränk zu mixen, um morgens auf Touren zu kommen.
Auf Touren ist indes der Regionalplan für Ostsachsen gekommen. Der liegt jetzt vor – und stellt die Weichen für die Zukunft. Aber so sachlich, wie der daher kommt, haben die Macher das eine Jahr Bearbeitungszeit in völliger Sekt-Abstinenz gelebt. Und sie sind wohl auch früh aufgestanden, um sich mit alternativer Energieerzeugung – von Fotovoltaik über Windkraft bis Biomasse – zu beschäftigen. Vielleicht stoßen sie ja bei der Verabschiedung des Planes mit Sekt an. Es muss ja keine Flasche sein.

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