Montag, 10. Dezember 2007
Sich in Toleranz üben, üben, üben ...
Ja, ja, in wenigen Stunden ist Weihnachten. Na super – wieder dieses Gebimmel und Gebammel, die roten Typen mit ihren albernen Kunstbärten, dieser süßliche Duft in den Kaufhäusern, der ganze Glitter-Nepp und diese Gefühlsduselei. Bald nun ist Weihnachtszeit? Da möchten Sommerfreunde rufen: Schon wieder, tut das Not? Ja, tut es. Zumindest wenn es um andere Menschen geht – denn Geben ist nicht nur seeliger als Nehmen, es bringt auch Zufriedenheit. Die Aktion Weihnachten im Schuhkarton hat dieses Potenzial. Etwas geben, dass nicht sehr schmerzt, aber den Beschenkten Freude bereitet. Das würden sogar die übelsten Marktstrategen gutheißen: Wenig Kosten, großer Nutzen. Also los!
Also da! Das lässt sich nun von den Pontons sagen, die im Bärwalder See liegen. 68 Klötzer, wie aus dem Lego-Katalog. Schiffe sollen da anlegen – na endlich geht es voran. Dass der Schwarzhalstaucher nicht ab-, sondern bei unserem Lieblingssee aufgetaucht ist, sollte niemanden beunruhigen: Der mag seichtes Gewässer. Füllt sich der Bäri-See, landet das Vögelchen vielleicht bald in einem anderen, flacheren Tagebaurestsee. Wir haben ja genug davon, Verzeihung dafür.
Unverzeihlich ist indes die Rede von: Geld ist nicht alles, man muss sich persönlich einbringen, jeder ist gefragt oder ganz provozierend: Was tust du? Da gibt es also für eine Idee des Kreises, Aktivitäten und Einrichtungen besser gegen Rechts zu koordinieren, kein Extra-Geld aus Dresden. Haben die sich im Superballungszentrum, im sächsischen Leuchtturm, im Nabel der Christstollenwelt oder im Landtag mal gefragt, was die Braunhemdchen so tun, wenn sie nicht in der Landeshauptstadt sind? Ja, genau, die erholen sich auf dem Lande. Und Land ist ja vor allem hier.

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