Montag, 10. Dezember 2007
Ein großes "Ach" schalmeit ...
Gut, dass wir keine Finnen sind. Bei denen ist der Winter nicht so lustig wie bei uns – und deprimiert sind die, so unglaublich deprimiert, man möchte sie fast einladen, bei uns Urlaub zu machen. Zwar haben wir im November, wie wir in dieser Zeitungswoche erfahren haben, auch eine finnische Zeit, die nichts mit deren Sauna oder Schulsystem zu tun hat – aber wir sind längst nicht so dauer-depri, wie die Finnen. Und wir wissen jetzt: Hey, es ist ganz normal, dass alle der Herbstdepression erliegen. Wirklich, normal! Ein bissel Schokolade, etwas Holzfeuer im Kamin oder Pfützenhopperei, wenn schon kein Schnee da ist. Danach ist alles wieder gut. Wer keinen Kamin, keine wasserdichten Schuhe, aber dafür leichte Figurprobleme hat, kann noch einkaufen. Eine bessere Ausrede als die Geschenkejagd gibt es in der Vorweihnachtszeit ja wohl nicht. Oder eben mit Grog den körperinneren Kamin auf Temperatur bringen. Oder Diät-Schoko. Na ja. Nicht schlecht schauen würden die Nordländer, wenn sie bei der Sitzung der Touristischen Gebietsgemeinschaft Neißeland dabei gewesen wären. Denn nun ist wintersonnenklar: Die Lausitz ist ein Urlaubsparadies. Nee, echt jetzt! Es gibt hier alles: Teiche, die jetzt abgelassen sind. Mittelgebirge, auf denen kaum Schnee liegt. Badeseen, die noch für Badegäste gesperrt sind. Radwege, auf denen es zurzeit etwas frisch ist. Ja, da schalmeit die Novemberdepression durch den Buchstabenwald. Ist aber nicht so gemeint. Wir lieben die Lausitz – aber zurzeit, mal ehrlich – es ist schon etwas trübe. Bleibt noch Plätzchen backen, Greenpeace am Kraftwerk gucken, Wildwechsel ausweichen, sich und die Familie per Vorlese-Marathon weiterbilden oder eben Müll trennen. Letzteres haben wir Lausitzer in der jüngsten Vergangenheit etwas schludern lassen. Ja, die neueste Landkreisstudie spricht es aus: Da ist doch die eine oder andere Bananenschale im Restmüll gelandet, weil Papa die Biotonne mit Gartenabfällen voll- gestopft hat. Böse, böse! Aber wenigstens gibt es Bananen. Ach ja!

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